Montag, 6. November 2006

A-Tec Industries von Kovacs geht heuer
an die Börse: Industrieller behält Mehrheit

  • Großer Teil der Aktienplatzierung mit Kapitalerhöhung
  • Gruppe beschäftigt derzeit rund 11.000 Mitarbeiter

Der Industrielle Mirko Kovats, Hauptaktionär des Mischkonzerns A-Tec Industries, will im Fall des Börseganges den von ihm (über eine Stiftung) kontrollierten 80-Prozent-Anteil auf etwa 51 Prozent verringern, in jedem Fall aber die Mehrheit an der Gruppe behalten. Der Börsegang soll zum überwiegenden Teil über eine Kapitalerhöhung erfolgen, womit das an der Börse aufgebrachte Kapital hauptsächlich in das Unternehmen fließen wird.

"Wir wollen das Geld für Akquisitionen nutzen, die wir ohne den Börsegang nicht machen könnten, aber auch zur Rückführung von Fremdkapital", sagte Kovats am Montag im Gespräch mit der APA. Nach einigen Jahren sprunghaften Wachstums hatte die A-Tec im vergangenen Jahr eine Expansionspause einlegen müssen.

Das Unternehmen hat am Montag auch offiziell bekannt gegeben, eine Börsegang noch im heurigen Jahr anzustreben. Bisher waren die meisten Beobachter davon ausgegangen, dass das IPO erst im nächsten Jahr erfolgen wird. Deutsche Bank und Erste Bank begleiten den Börsegang.

Über die Größenordnung hüllt sich Kovats in Schweigen. Eine Überschlagsrechnung zeigt jedoch, dass die Transaktion 150 Mio. Euro nicht übersteigen dürfte: die Gruppe hat 2005 rund 150 Mio. Euro Eigenkapital gehabt. Bei einer Kapitalspritze deutlich darüber würden Kovats bzw. die restlichen Altaktionäre die Mehrheit verlieren.

Das IPO wird damit ein eher kleiner Börsegang. Zum Vergleich: Bene Büromöbel erlösten kürzlich rund 77 Mio. Euro, der Autozulieferer Polytec kam im Frühjahr auf rund 90 Mio. Euro (exklusive Greenshoe). Der Vorarlberger Lichtkonzern Zumtobel und die Post haben vor einem halben Jahr jeweils etwa 600 bzw. 650 Mio. Euro erlöst.

Bei allen diesen Börsegängen ist der Erlös aber überwiegend oder zur Gänze dazu verwendet worden, Private Equity-Firmen bzw. dem Staat den (Teil-)Ausstieg zu ermöglichen, sagte Kovats im APA-Gespräch. "Im Gegensatz dazu bleibt bei uns der Löwenanteil im Unternehmen." Die Aktien für den Greenshoe, die von den bisherigen Aktionären zur Verfügung gestellt werden, würden "einen einstelligen Prozentsatz nicht überschreiten."

Kovats hält über seine MUST-Stiftung derzeit 79,5 Prozent der Anteile, Ronny Pecik und Christian Schmidt halten 11 bzw. 9,5 Prozent. A-Tec- verfügt momentan über 5 Millionen Aktien. Ein Split, um den Anteilsschein liquider zu machen, sei nicht angedacht, sagt Kovats. "Das Papier wird sicher einen dreistelligen Betrag kosten."

Kovats selbst, der im vergangenen Frühjahr nach dem Abgang seines Kurzfrist-Vorstandschefs Johannes Ditz wieder selbst den CEO-Posten übernommen hat, wird die operative Führung der Gruppe beibehalten, wie er sagt. "Da gibt es keine Veränderungen, ich fühle mich rüstig dafür."

Vor wenigen Wochen hat die A-Tec neue Aufsichtsräte bekommen - unter ihnen Klaus Sernetz, ehemaliger Chef der VA Tech. Kovats kennt Sernetz noch aus seiner Zeit als VA Tech-Großaktionär. Ungeachtet des Umstandes dass sich Sernetz damals gegen die Übernahme der VA Tech gestemmt habe, schätze er Sernetz, sagte Kovats. Sernetz verfüge über große Expertise im Anlagenbau, dem größten Geschäftsfeld der A-Tec.

A-Tec Industries mit Sitz in Wien hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwa 1 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Gruppe beschäftigt derzeit rund 11.000 Mitarbeiter u.a. in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, aber auch in Asien, den USA und Australien.

(apa/red)

6.11.2006 14:04