Montag, 13. November 2006

Niederlage in Ried: Abstiegs-Gespenst sitzt Meister Austria im Nacken - Tabellenletzter

  • GAK gewinnt Grazer Derby gegen Sturm mit 2:0
  • Mattersburg feiert 2:0-Auswärtserfolg über Altach

Die Erfolgsserie der SV Ried in der Bundesliga hat sich auch in der 17. Runde fortgesetzt. Die Oberösterreicher bezwangen zu Hause Meister Austria Wien 1:0 (1:0), damit haben die Innviertler in den vergangenen elf Partien vier Mal gewonnen und sieben Mal Remis gespielt. Für die Entscheidung und die erste Liga-Pleite der Ära Georg Zellhofer sorgte ein frühes Weitschuss-Tor von Pichorner (13.).

Die Austria, die lediglich nach der Pause eine ansprechende Leistung zeigte und durch Wallner die Latte traf (91.), fiel nach der bereits sechsten Saisonpleite wieder auf den zehnten und letzten Rang zurück. Ried bleibt für die Austria ein miserables Pflaster. Der bis dato letzte Erfolg des Rekord-Cupsiegers im Innviertel gelang der Austria am 14. Oktober 2000 (3:1), seitdem setzte es für Violett bei vier Remis vier Niederlagen.

An der Seitenlinie lautete das brisante Duell Helmut Kraft gegen Georg Zellhofer. Brisant deswegen, weil die beiden Freunde einst zusammen in Pasching zusammengearbeitet hatten, Zellhofer als Boss, Kraft als sein "Co". Auf dem Feld war die Kraft-Truppe Chef, ein Schuss von Brunmayr aus spitzem Winkel streifte knapp am Austria-Tor vorbei (4.). Neun Minuten später schlug es hinter Safar dann ein, der Austria-Goalie ließ sich von einem scharfen, aber nicht allzu platzierten 30-Meter-Hammer von Pichorner überraschen - 1:0 (13.).

Die Austria enttäuschte offensiv auf der ganzen Linie, erst in der 38. Minute gab es erstmals Aufregung im Rieder Strafraum. Brenner legte Mila elferreif, doch Schiri Schörgenhofer entschied auf Schwalbe und Gelb für den Polen. Austria-Coach Zellhofer war daraufhin nicht mehr zu beruhigen, stürmte aufs Feld und wurde dafür von Schörgenhofer auf die Tribüne verwiesen. Zellhofer soll zum Referee "Du Wahnsinniger" gesagt haben.

Von dort sah er, dass sein Team nach dem Wechsel zunächst wie verwandelt agierte, Mila (47., 51.) und Kiesenebner (54.) fanden in der starken Anfangsphase drei dicke Chancen vor. Im Finish gab es Möglichkeiten auf beiden Seiten, Eder (75.) und Brunmayr (75.) hatten das 2:0 auf dem Fuß, Troyansky das 1:1 auf dem Kopf (85.). Wallner traf in der Nachspielzeit sogar die Latte (91.).

GAK gab mit 2:0 im Derby Rote Laterne ab
Der GAK hat mit einem verdienten 2:0-Sieg gegen Sturm Graz im 128. Grazer Derby die Rote Laterne an die Austria abgegeben. Skoro (66.) und Muratovic (83.) erzielten jeweils nach Eckbällen per Kopf die Tore für die Söndergaard-Elf, die damit erstmals seit zehn Bundesliga-Runden wieder einen Sieg feierte. In der Tabelle überholten die "Rotjacken" die Wiener Mannschaften Rapid und Austria und sind mit 18 Zählern nun Achter, Sturm ist einen Punkt vor dem Stadtrivalen Siebenter.

In einer mit 15.322 Zuschauern ausverkauften UPC-Arena erarbeitete sich Sturm in einer flotten ersten Hälfte zwar deutlich mehr Spielanteile heraus, die Möglichkeiten auf die Führung hatten jedoch die "Gäste". Schüsse von Amerhauser (16.) und Junuzovic (31.) fielen zu zentral aufs Tor aus, bei der besten Torchance knapp vor der Pause scheiterte Djokic nach einer missglückten Mörec-Kopfballrückgabe mit einem Haken an Szamotulski (45.). Die einzige gefährliche Sturm-Möglichkeit vergab Filipovic, dessen Freistoß (34.) knapp am Tor vorbeistrich.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild völlig. Sturm versuchte seine technische Überlegenheit ins Spiel zu bringen, rannte sich aber in der GAK-Defensive fest. Das nun immer selbstbewusster agierende, bisherige Schlusslicht, das sich auf eine souveräne Defensiv-Leistung verlassen konnte, übernahm nach einer Stunde das Kommando.

Nachdem Djokic nach Idealpass von Junuzovic noch an Szamotulski gescheitert war (61.), besorgte Skoro nach einem Amerhauser-Eckball per Kopf die Führung (66.). Der Bosnier war erst zwei Minuten zuvor aufs Feld gekommen. Der GAK ging danach beinahe schamlos mit den sich bietenden Chancen um, allein Kollmann (70.,72.) scheiterte gleich zweimal am polnischen Sturm-Torhüter.

Die endgültige Entscheidung fiel quasi aus einem Spiegelbild des 1:0 durch Muratovic (83.), der wieder nach einem Eckball erfolgreich war. Sturm, wo Trainer Foda nun alles nach vorne warf, suchte erst in den letzten fünf Minuten den Anschlusstreffer. Bei Chancen durch Kienzl (85.), Leitgeb (87.) und Rabihou (88.) zeichnete sich jedoch Schranz als Rückhalt.

Mattersburg entführt drei Punkte aus Altach
Im Duell der beiden "Dorfklubs" hat Mattersburg in Altach mit 2:0 (0:0) gewonnen. Die Tore für die Burgenländer erzielten Routinier Kühbauer (Elfmeter/67.) und Patocka (83.). Die Mattersburger, die aus den vergangenen sechs Auswärtsspielen nur einen Punkt geholt hatten, rückten damit zwischenzeitlich auf Rang zwei in der Tabelle vor, Altach bleibt nach dem zweiten Heim-Nuller in dieser Woche Sechster.

Beide Trainer konnten nicht aus dem Vollen schöpfen. Bei Mattersburg kehrte zwar Kapitän Kühbauer nach seiner Gelb-Rot Sperre wegen Schiri-Kritik zurück, aus demselben Grund fehlte aber Mittelfeldmotor Mörz. Altach konnte die gesperrten Dorta, Ledezma und Schoppitsch nicht ersetzen. Vor allem Ledezma fehlte an allen Ecken und Enden.

In Hälfte eins erwärmte das Spiel die zahlreichen Fans, die bei tiefen Temperaturen im Stadion waren, nicht. Kaum einer hätte gedacht, dass der Tabellensechste den Vierten zu Gast hat. Altach hatte zwei erwähnenswerte Chancen, Mattersburg nur eine. Ein einziger Eckball in 45 Minuten spricht Bände, bei diesem verzog Mattle per Kopf übers Tor (10.). In der Folge entwickelte sich ein von Unkonzentriertheiten geprägtes Spiel, das in Fehlpassorgien endete.

In Durchgang zwei wurde das Spiel besser, Naumoski hatte in der 50. Minute die erste Großchance. Nach einem Freistoß von Atan verlängerte Sedloski, sein mazedonischer Landsmann schoss Krassnitzer im Fünfer aber an. Danach versuchten die Gastgeber, das Heft in die Hand zu nehmen, hatten zwischen der 57. und 59. Minute ihre beste Phase. Zuerst schoss Chinchilla-Vega nach einem Eckball Holenak, der auf der Linie stand, an den Kopf. Wenig später traf Mattle nach einer Pfister-Flanke die Stange.

Doch damit schienen die Vorarlberger ihr Pulver verschossen zu haben. Nach einem Foul von Guem an Naumoski, zögerte Schiedsrichter Plautz keine Sekunde, und pfiff Elfmeter. Kühbauer ließ sich die Chance nicht entgehen und verlud Krassnitzer (67.). Nach diesem Treffer war das Spiel entschieden, Altach schien wie gelähmt.

Mattersburg kontrollierte in der Folge die Partie und kam durch einen Patocka-Kopfball nach einer Atan-Ecke auch noch zum zweiten Treffer (83.). Die Hausherren hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen.

(apa/red)

13.11.2006 09:06