Dienstag, 7. November 2006

Rote Bullen von Mattersburg kastriert: Rot für Mörz trübt 2:1-Sieg gegen Salzburger!

  • Chaos nach Spiel: Mattersburger beleidigte Schiri
  • Kurioses Freistoßtor von Fuchs (88.) brachte Erfolg

Herbstmeister Red Bull Salzburg hat in der T-Mobile Fußball-Bundesliga die zweite Saisonniederlage kassiert. Der überlegene Tabellenführer, der zuletzt vier Zu-Null-Siege in Serie gefeiert hatte, verlor das umkämpfte Auftaktspiel der 16. Runde in Mattersburg nach 1:0-Führung noch 1:2 (1:1). Der Erfolg für die Burgenländer wurde durch die Rote Karte für Kapitän Mörz nach dem Schlusspfiff allerdings etwas getrübt.

Die Treffer erzielten Johan Vonlanthen (14.) bzw. Markus Schmidt (42.), der dafür sorgte, dass Salzburg-Schlussmann Timo Ochs erstmals nach 457 Bundesliga-Minuten wieder den Ball aus den Maschen fischen musste, und Christian Fuchs (88.). Der Mittelfeldspieler der Hausherren besiegelte im Finish mit einem kuriosen Freistoß-Tor den erst zweiten Bundesliga-Nuller der Salzburger nach dem 1:2 am 23. September in Graz gegen Sturm.

Gleich die erste große Chance des Spiels brachte die Führung der Gäste: Nach einem langen Pass von Kovac profitierte Bodnar von einem schweren Fehler des zurückgeeilten Stürmers Thomas Wagner, und den abgefälschten Querpass des Salzburger Außenverteidigers verwertete der Schweizer Teamspieler Johan Vonlanthen mit einem satten Schuss aus 18 Metern mitten aufs Tor zum 0:1 (14.). Mattersburg-Tormann Borenitsch war zwar die Sicht verstellt, trotzdem sah er in dieser Aktion alles andere denn gut aus, fiel er doch wie ein "Bahnschranken" um.

Ruppige Partie
Wenig später hätte Wagner seinen Schnitzer beinahe gutgemacht: Nach einem weiten Einwurf von Atan, der von Fuchs per Kopf verlängert wurde, nutzte der Angreifer ein Missverständnis zwischen Innenverteidiger Vargas und Schlussmann Ochs, aber der Ball flog knapp an der Außenstange vorbei ins Tor-Out (20.). Unmittelbar nach dieser Möglichkeit wurde die Partie ruppiger, wie fünf Gelbe Karten innerhalb von zwölf Minuten beweisen, wobei Fuchs bzw. der für den am Schultergelenk verletzten Vonlanthen eingewechselte Pitak auch gut und gerne mit Rot hätten bestraft werden können.

Die Mattersburger, die nach dem 2:6-Debakel in Ried ohne ihren gesperrten Kapitän und Spielmacher Didi Kühbauer auskommen mussten, kamen auf Grund der Tatsache, dass Salzburg nach der Führung extrem zurückgeschaltet und nur noch reagiert hatte, in Minute 42 zum verdienten Ausgleich: Nach toller Vorarbeit von Atan, der sich entlang der Linie durchtankte, ehe er ideal zur Mitte passte, netzte der von der Salzburger Abwehr sträflich vernachlässigte Schmidt aus kurzer Distanz zum 1:1 ein. Es war der erste Gegentreffer für das Trappatoni-Team nach 457 Minuten bzw. seit dem 1. Oktober, als Ried in der 11. Runde beim 1:1 in Salzburg in Minute 35 durch Martinez in Führung gegangen war.

Verfahrene Partie in 2. Hälfte
Nach der Pause erlebten die rund 10.000 Zuschauer im Pappelstadion eine überaus zerfahrene Partie, in der Mattersburg in der 70. Minute beinahe schon 2:1 in Führung ging, doch nach Flanke von Naumoski kam Schmidt einen Schritt zu spät. Nach einem Fehler von Bodnar ließ Schmidt (86./drüber) eine weitere dicke Chance aus, aber in der 88. Minute war es dann so weit: Eine Freistoß-Flanke von Fuchs ging an Freund und Feind vorbei und schließlich von der Schulter des überraschten Tormanns Ochs in die Maschen zum umjubelten Triumph.

Rot für Mörz nach Schlusspfiff
Nach dem Schlusspfiff zückte Schiedsrichter Stefan Meßner noch Rot. Der im Finish ausgewechselte Michael Mörz übertrieb es mit seiner Kritik am Unparteiischen und muss nun mit einer längeren Sperre rechnen. (apa/red)

7.11.2006 21:40