Ski-Weltcup startet heuer am Polarkreis: Österreich im WM-Winter wieder Meßlatte
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- PLUS: Superkombination als große Unbekannte
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Zwei Wochen nach der Absage in Sölden findet der Saisonstart im alpinen Ski-Weltcup nun im nördlichsten Ort des kommenden Ski-Winters statt. Der finnische Ort Levi, 170 Kilometer nördlich des Polarkreises und damit mitten in Lappland liegend, ist unerwartet zum Schauplatz der Saison-Eröffnung geworden. Auf dem Programm stehen Slaloms für Damen (Samstag) und Herren (Sonntag).
Erstmals starten damit die Slalomfahrer die Hatz auf Siege und Weltcuppunkte und damit eine Saison, die trotz der Sölden-Absage in den kommenden vier Monaten deutlich über 70 Bewerbe in Europa und Nordamerika erleben wird. Asien ist im kommenden Winter nicht im Alpin-Kalender vertreten. Höhepunkt der Saison ist die WM im Februar in Aare/Schweden. Österreich-Schauplätze sind nach der Sölden-Absage noch Hinterstoder, Kitzbühel und Schladming (Herren) sowie Semmering und Zauchensee/Altenmarkt (Damen).
Wieder in Favoritenrolle
Österreich geht einmal mehr als dominierende Nation in die Weltcup-Saison und wird wohl zum 28. Mal und zum 18 Mal in Folge den Nationencup gewinnen. 29 Siege (18 Herren, 11 Damen) sowie 86 Podestplätze (47 bei den ÖSV-Damen/Rekord) lautete die Vorjahres-Bilanz, die Latte liegt also hoch. Die Siege im Gesamt-Weltcup bei Damen und Herren hat Alpinchef Hans Pum ebenso zum Saisonziel erklärt wie die WM, für die ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel wie üblich "6 bis 8 Medaillen" zur Zielvorgabe gemacht hat.
Für neue Kräfteverhältnisse im Weltcup könnten die Superkombinationen sorgen. Das Interesse der Industrie an diesem relativ neuen und eigenständigen Bewerb mit Slalom und Super G an einem Tag ist so groß, dass es bei den Damen drei und bei den Herren im kommenden Winter gleich vier Superkombis und erstmals auch Kombi-Kristallkugeln sowie WM-Medaillen geben wird.
Der ÖSV hat längst darauf reagiert und z.B. nun auch in der Slalomgruppe mit dem aus Kanada zurückgekehrten Burkhard Schaffer einen Speed-Coach installiert. Damit können nun auch Rainer Schönfelder, Nachwuchs-Talent Romed Baumann und Co. ihr Allround-Training absolvieren, ohne etwa die Allrounder-Gruppe WC4 rund um Benjamin Raich und Hermann Maier zu belasten.
Jubiläum für Maier
Der bald 34-jährige Ski-Superstar Maier wird im kommenden Jänner sein zehnjähriges Weltcup-Jubiläum feiern. Dafür müssen TV-Zuschauer künftig auf ORF-Reporter-Legende Robert Seeger und dessen Norweger-Pulli verzichten. Der Steirer kommentiert keine Alpinrennen mehr.
Auch auf den Pisten wird es alleine schon deshalb viele neue Gesichter geben, weil mit Lasse Kjus, Daron Rahlves, Kristian Ghedina, Paul Accola, Jure Kosir, Josef Strobl und Christian Mayer sowie Michaela Dorfmeister, Martina Ertl, Hilde Gerg, Carole Montillet, Sonja Nef und Isolde Kostner eine Vielzahl arrivierter Läufer und Läuferinnen die Rennski an den Nagel gehängt hat.
Wer kann Raich schlagen
Von den Weltcup-Titelverteidigern zählt bei den Herren Doppel-Olympiasieger Raich erneut zu den großen Favoriten. Der Norweger Aksel-Lund Svindal (NOR), Kombi-Olympiasieger Ted Ligety (USA), der unzerstörbare Norweger Kjetil-Andre Aamodt und wohl auch wieder Bode Miller (USA) sind seine schärfsten ausländischen Konkurrenten.
Dorfmeister und Kostelic große Abwesende
Bei den Damen fehlt hingegen nicht nur die zurückgetretene Dorfmeister sondern mit Janica Kostelic auch die Titelverteidigerin und überragende Läuferin der vergangenen Saison. Die Kroatin gönnt sich eine noch unbestimmt lange Auszeit. Das lässt Tür und Tor offen für die Schwedin Anja Pärson, Marlies Schild, Niki Hosp sowie die beiden US-Amerikanerinnen Lindsey Kildow und Julia Mancuso.
Pärson musste im Sommer allerdings erstmals eine Knieoperation über sich ergehen lassen. Schild wechselte in die ÖSV-Abfahrtsgruppe, unterstrich damit aber nur ihre Ambitionen im Kampf um die große Kugel. Hosp gilt bei Experten als "dark horse" für die kommende Saison.
Nach einigen Europacup-Veranstaltungen ist Levi zwar zum bereits dritten Mal Schauplatz von alpinen Weltcup-Slaloms, erstmals aber starten dort auch die Herren. 2004 und 2006 fanden jeweils zwei Damen-Slaloms statt, jetzt gibt es erstmals ein "gemischtes Doppel", obwohl die oben sehr flache Piste "Black Levi" auf dem nur wenige hundert Meter hohen Tunturi des Ortes für die Herren fast zu leicht ist.
Vom Lückenbüßer zum Opener
Levi wurde auch deshalb zum Saison-Opener, weil man bei der FIS dank der Schneesicherheit in Lappland die lange Pause bis zu den Nordamerika-Rennen füllen wollte und die bisher Ende Februar bzw. März gefahrenen Slaloms auf November vorzog.
Alleine wegen der beiden finnischen Lokalmatadore Kalle Palander und Tanja Poutiainen werden zehntausenden Fans im hohen Norden live mitfiebern. Palander ist von seinem beim Finale im März erlittenen Kreuzbandriss genesen, Poutiainen hatte vor zwei Jahren in Levi mit dem ersten weiblichen Sieg für Finnland Skigeschichte geschrieben.
Aber auch das mediale Interesse ist nach der Sölden-Absage deutlich höher als erwartet. "Sölden war ein großer Verlust für den Skisport. Aber uns bedeutet das jetzt sehr viel. Wir können der Welt endlich zeigen, was wir drauf haben", sagte Finnlands Alpindirektor Janne Leskinen.
(apa/red)
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