Sonntag, 19. November 2006

6:0,6:3,6:4 im Finale gegen Blake: Roger Federer krönt sich zum Masters-Champion!

  • Für Schweizer war es 12. Turniersieg der Saison
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Roger Federer hat seine unglaubliche Dominanz unterstrichen und ist zum dritten Mal Tennis-Weltmeister geworden. Der 25-Jährige aus der Schweiz machte im Endspiel des Masters-Cups in Shanghai auch mit dem US-Amerikaner James Blake kurzen Prozess und triumphierte in nur 98 Minuten mit 6:0,6:3,6:4 ein drittes Mal nach 2003 und 2004.

Schon nach wenigen Minuten war den 15.000 Zuschauern im Qi-Zhong-Stadium klar, dass der neue Weltmeister nur Roger Federer heißen konnte. Mit dem ersten von insgesamt elf Assen startete der Superstar in das Endspiel und genehmigte dem zunächst heillos überforderten und nervösen Blake erst im zweiten Spiel des zweiten Satzes den ersten Punkt. Doch am Kräfteverhältnis änderte sich auch danach nichts. Federer bestimmte das Match fast nach Belieben und setzte den WM-Neuling gnadenlos unter Druck.

"James hatte ein fantastisches Jahr. Willkommen unter den besten Vier", sagte der Schweizer nach dem Matchball, der ihm den zwölften Titel des Jahres und den 45. insgesamt einbrachte. Als ungeschlagener Weltmeister kassierte Federer 1,52 Millionen Dollar und knackte damit bei seinem Jahres-Preisgeld die Acht-Millionen-Grenze, was vor ihm noch nie einem Tennisprofi gelungen war. Auch dem US-Amerikaner Pete Sampras nicht, der 14 Grand-Slam-Titel und 1999 den letzten seiner fünf WM-Titel geholt hat. Drei Siege wie Federer schafften nur vier Kollegen: Ivan Lendl, Ilie Nastase, John McEnroe und Boris Becker.

Mit dem Pokal in der Hand bedankte sich Federer gewohnt artig und schickte eine Liebeserklärung auf die Tribüne, wo wie immer seine Lebensgefährtin Mirka Vavrinec saß: "Alle Welt behauptet immer, dass ich der Beste bin. Aber ich brauche Mirka, um der Beste zu sein." In 97 Matches dieser Saison ging Federer nur fünf Mal als Verlierer vom Platz. Das WM-Finale war der 29. Sieg in Folge. "Es war wieder ein Vergnügen zu spielen", sagte der Triumphator.

Für Blake war die Niederlage am Ende einer großartigen Saison leicht zu verschmerzen. Erstens war die Partie bei seiner überraschend erfolgreich verlaufenen ersten WM zu klar, um sich darüber ärgern zu können. Und zweitens durfte sich der 26-Jährige, der nach einem im Training erlittenen Schädelbasisbruch vor dem Karriere-Aus stand, über Platz vier der Weltrangliste freuen.

"Roger ist der Beste der Besten. Nicht nur in dieser Woche hier in China, sondern in der Geschichte dieses Spiels. Ich bin froh und dankbar, ein Kollege von ihm zu sein", sagte Blake unter dem Jubel der Zuschauer, die ihn trotz der klaren Angelegenheit mächtig angefeuert hatten. "Ich danke Euch sehr für die Unterstützung, auch wenn ich heute eine Lehrstunde von Roger bekommen habe."

Auch vor zwölf Monaten war der Branchen-Primus, der das Tennisjahr zum dritten Mal in Serie als Nummer eins der Weltrangliste beendet, im Finale gestanden. Doch damals machte dem nach einer wochenlangen Verletzungspause noch geschwächten Eidgenossen David Nalbandian den Traum vom Titel-Hattrick zunichte.

Der Titelverteidiger aus Argentinien schied diesmal schon im Halbfinale aus. Blake bezwang Nalbandian mit 6:4,6:1. Federer wiederum hatte sich in der Vorschlussrunde gegen seinen Erzrivalen Rafael Nadal 6:4,7:5 durchgesetzt und revanchierte sich für die Final-Niederlage bei den French Open. Diese hatte dem Schweizer letztlich den begehrten Grand Slam gekostet. In Melbourne, Wimbledon und Flushing Meadow dagegen siegte der "Dominator" bei drei der vier Grand-Slam-Turniere.

"Es ist unglaublich. Die Saison mit dem Sieg beim Masters Cup zu beenden, ist das perfekte Ende einer unglaublichen Saison. Da gibt es nicht viel mehr, was ich hätte tun können. Ich habe mich sogar selbst überrascht", freute sich Federer über sein sensationelles Jahr.

Auch die Finalleistung gegen Blake war eine außergewöhnliche Vorstellung. "Ich musste einmal sogar lachen, weil ich so gut gespielt habe. Ich habe immer eine großartige Antwort gefunden", betonte der Schweizer. Alles, was er habe tun wollen, habe funktioniert. "Mir fehlen eigentlich die Worte, um diesen Auftritt zu beschreiben." Auch Blake war voll des Lobes. "Roger hat einfach zu gut gespielt. Mir werden vermutlich die Eigenschaftswörter fehlen, um ihn auf dem Court zu beschreiben. Ich glaube zwar schon, dass ich besser hätte spielen können, aber ich glaube nicht, dass es etwas geändert hätte."

(apa/red)

19.11.2006 16:25