"Verletzung von Dopingbestimmungen": Anklage gegen Sprint-Coach Trevor Graham
- 200-m-Olympiasieger Crawford nicht mehr im Team
Sprint-Coach Trevor Graham ist als erster Trainer in den USA überhaupt von der nationalen Antidoping- Agentur (USADA) angeklagt worden. Er wird laut Medienberichten der "Verletzung von Dopingbestimmungen" bezichtigt und sei in einem Brief von der Anklage informiert worden. Graham habe nun zehn Tage Zeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.
Offiziell hat sich die Antidoping-Agentur zur Anklage gegen den umstrittenen Trainer noch nicht geäußert. Der 43-Jährige soll nicht auf der Grundlage positiver Dopingtests, sondern auf der Basis anderer Beweismittel angeklagt werden. Dazu zählen Aussagen von Sportlern sowie die umfangreichen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Skandal um das Dopinglabor BALCO. Graham hat bisher immer bestritten, verbotene Substanzen an die Athleten seines Teams "Sprint Capitol USA" weitergegeben zu haben.
In der Vorwoche war der Olympia-Teilnehmer von 1988 bereits wegen Falschaussagen in Doping-Anhörungen angeklagt worden. Der Trainer des wegen eines Dopingvergehens suspendierten 100-m-Olympiasiegers und - Weltmeisters Justin Gatlin soll die Justiz bei deren Ermittlungen im Kampf gegen den Doping-Missbrauch mehrmals angelogen haben. Sollte Graham verurteilt werden, drohen ihm fünf Jahre Gefängnis.
Graham hatte 2003 anonym eine Spritze mit dem Dopingmittel THG an die USADA geschickt und damit die BALCO-Affäre ins Rollen gebracht. Damals war ihm als als Kronzeuge Immunität versprochen worden, allerdings nicht für Falschaussagen. Graham soll in den Anhörungen stets betont haben, den Athleten nie Steroide besorgt zu haben. Dies ist laut Anklage falsch.
Mittlerweile hat Graham einen weiteren Schützling verloren. 200-m- Olympiasieger Shawn Crawford aus den USA gab am Dienstag bekannt, dass er nicht länger mit dem gebürtigen Jamaikaner trainieren werde. (APA)
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