"Rauchen soll in Lokalen Ausnahme sein": Rauchverbot für Rauch-Kallat "denkbar"
- Steirischer Vorstoß fand Fürsprecher in anderswo
- UMFRAGE: Sind Sie für ein Rauchverbot in Lokalen?
Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie, wie von der Steiermark gefordert, sei "denkbar". Das sagte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat in einem Interview. Sollte die freiwillige Vereinbarung mit den Gastronomen scheitern, bis Ende des Jahres Nichtraucherzonen in 90 Prozent der Lokale zu installieren, "müssen andere Maßnahmen überlegt werden", so die Gesundheitsministerin. Die Diskussion zur Einführung eines generellen Rauchverbots nach italienischem Vorbild laufe jedenfalls bereits, sagt Rauch-Kallat.
Im Kampf gegen den blauen Dunst in Lokalen bekam die Steiermark Unterstützung von einigen Bundesländern. So zitiert die Tageszeitung "Österreich" die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, "Ich will das jetzige System auf den Kopf stellen: In Zukunft soll Nichtrauchen - auch in den Lokalen - der Normalzustand sein und Rauchen die Ausnahme. Das wünsche ich mir nicht nur als Gesundheitspolitikerin, sondern als Mensch, der sich im öffentlichen Raum gerne wohl fühlen will."
Der burgenländische Gesundheitslandesrat Peter Rezar meinte gegenüber "Österreich": "Wie kommt ein Nichtraucher dazu, ständig Zigarettenrauch ausgesetzt zu sein?" Im Burgenland beschäftigt sich derzeit eine Expertenkommission mit diesem Thema. Gegenüber der APA sprach sich Rezar "zumindest" für eine strikte Trennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen aus, gegen ein Rauchverbot habe er aber auch "nichts einzuwenden".
Das Büro der oberösterreichischen Gesundheitslandesrätin Silvia Stöger stellte gegenüber der APA fest, der Bund sei zuständig, bis Jahresende die freiwillige Vereinbarung über rauchfreie Zonen in Lokalen zu evaluieren. Wenn sich herausstelle, dass die Vereinbarung nicht umgesetzt werde, müsste sehr wohl eine schärfere Vorgangsweise gewählt werden. Stöger spreche sich aber darüber hinaus auch dafür aus, parallel für den Schutz der Nichtraucher und für die Prävention beim Rauchen zu sorgen. Denn es gehe abgesehen von der Gastronomie auch um den privaten Raum - für den es keine Vorschriften gebe - und dort um den Schutz etwa von Kindern. Stöger plane zudem im kommenden Jahr einen Schwerpunkt in den "gesunden Gemeinden" in Oberösterreich für "rauchfreie Lebensräume". So sollte bei Veranstaltungen beispielsweise in Hallen, bei Vereinen und in Sportstätten nicht geraucht werden.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Nachbeben in Italien20:01
Mehrere TodesopferErneut große Schäden und Tote nach schweren Erdstößen in Norditalien
