Samstag, 11. November 2006

Hinrichtung von Saddam Hussein: Anwalt rechnet nicht mit Erfolg seiner Berufung

  • Hinrichtung durch Strang soll Saddam "demütigen"
  • Iraks Regierungschef: Vollstreckung vor Jahresende

Die Verteidigung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein rechnet nicht mit einem Erfolg ihrer Berufung gegen das Todesurteil für ihren Mandanten. Die Todesstrafe gegen den Ex-Machthaber werde höchstwahrscheinlich im Berufungsprozess bestätigt werden, sagte der Anwalt Najib al-Nueimi der portugiesischen Zeitschrift "Expresso". "Das alles ist eine Tragödie, eine Art ungerechtes und geschmackloses Schauspiel", kritisierte Nueimi.

Ein Sondertribunal in Bagdad hatte Saddam Hussein wegen des Massakers an 148 Schiiten im Jahr 1982 zum Tode verurteilt. Die Verteidigung legte Berufung ein.

Für den Fall seiner Hinrichtung hatte Saddam Hussein zudem gefordert, von einem Erschießungskommando getötet zu werden. Das Urteil zum Tod durch den Strang solle den Ex-Präsidenten demütigen, sagte Nueimi. "Sie wollen ihm nicht den Ruhm zugestehen, wie ein Mann der Armee zu sterben." Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki hatte die Erwartung geäußert, dass Saddam Hussein noch vor Jahresende gehenkt werde. Laut Experten könnte sich der Berufungsprozess aber noch Wochen, wenn nicht Monate, hinziehen. (apa/red)

11.11.2006 14:21