Madame Président: Pariser Studien sehen Sozialistin Royal als nächste Wahlsiegerin
- Mit 51 Prozent vor Innenminister Sarkozy
Die Sozialistin Ségolène Royal (PS) würde die im kommenden April stattfindende französische Präsidentenwahl im zweiten Durchgang gegen den Innenminister und Chef der bürgerlichen Regierungspartei UMP, Nicolas Sarkozy, mit 51 Prozent der Stimmen gewinnen. Dies ergibt Studie des Meinungsforschungsinstituts CSA, für die am 8. November 1.007 erwachsene Franzosen befragt wurden. Seit Anfang dieses Jahres geht Royal aus allen CSA-Umfragen mit 51 bis 53 Prozent der Stimmen als Siegerin der Präsidentenwahl hervor.
Die Studie ergibt, dass nur Royal den Innenminister schlagen würde. Der ehemalige Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn (PS) würde die Stichwahl mit 46 Prozent verlieren, Ex-Premier Laurent Fabius mit 42 Prozent. Der PS-Präsidentschaftskandidat wird am 16. November in einer Urabstimmung der rund 220.000 Parteimitglieder gekürt.
Laut der Umfrage, deren Ergebnisse im Wochenmagazin "Marianne" erscheinen, würde Royal im ersten Durchgang 29 Prozent der Stimmen erhalten, Strauss-Kahn 22 Prozent und Fabius 16 Prozent. Auf Sarkozy entfielen 30 Prozent gegen Royal, 32 Prozent gegen Strauss-Kahn, 34 Prozent gegen Fabius. An dritter Stelle liegt im ersten Durchgang der rechtsextreme Chef der Front National (FN) Jean-Marie Le Pen mit 15 bis 16 Prozent der Stimmen. Der Chef der zentristischen UDF, Ex-Erziehungsminister Francois Bayrou, folgt mit sechs bis acht Prozent.
Der Linksnationalist und ehemalige Innen- und Verteidigungsminister Jean-Pierre Chevènement, der seine Kandidatur am Montag angekündigt hatte, bringt es auf drei bis vier Prozent der Stimmen. Bei den Trotzkisten liegt Olivier Besancenot (Kommunistische Revolutionäre Liga/LCR) mit vier bis sechs Prozent in Führung, gefolgt von Arlette Laguiller (Lutte Ouvrière/LO) mit drei bis fünf Prozent. Kommunistenchefin Marie-George Buffet (PCF) bringt es auf vier Prozent, die Grünen-Kandidatin Dominique Voynet auf drei bis vier Prozent und der Rechtsaußen Philippe de Villiers (Mouvement pour la France/MPF) auf zwei bis vier Prozent.
Je nach den genannten Präsidentschaftskandidaten erklärten zwischen 30 und 33 Prozent der Befragten, dass sie sich enthalten beziehungsweise einen weißen oder ungültigen Stimmzettel abgeben wollen. 17 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Le Pen es wie 2002 in die Stichwahl schafft, 81 Prozent dagegen. Der FN-Chef war vor fünf Jahren überraschend in die zweite Runde gekommen, in der er von Präsident Jacques Chirac (UMP) haushoch geschlagen wurde. (APA/red)
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