Arabische gegen nicht-arabische Gruppen: Mindestens 220 Tote bei Kämpfen in Tschad
- UNHCR-Chef Guterres appelliert an Konfliktparteien
Bei Kämpfen im Osten des Tschad sind in den vergangenen Tagen nach Informationen des UNHCR mindestens 220 Menschen ums Leben gekommen. In der Region Kersi südlich von Goz Beida seien laut Berichten von Dorfbewohnern mindestens 220 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden, teilte eine UNHCR-Sprecherin mit.
Allein im Dorf Djorlo, das sie im Rahmen einer UN- Evaluierungsmission besucht habe, seien 36 Tote und 22 Verletzte bestätigt worden, fügte sie hinzu. Wie UNHCR Deutschland in Berlin erklärte, wurden die Dörfer "von bewaffneten Reitern angegriffen, geplündert und gebrandschatzt".
Der Regierungssprecher des Tschad hatte mitgeteilt, dass seit mehreren Tagen im Bezirk Mouro südlich von Goz Beida arabische und nicht-arabische Volksgruppen einander bekämpfen würden. Dabei habe es "zahlreiche Opfer" gegeben.
Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, rief die internationale Gemeinschaft indes zum schnellen Handeln auf. "Wir sind zutiefst alarmiert durch die Brutalität im Ost-Tschad, der bereits die Aufnahme von mehr als 218.000 Flüchtlingen aus dem benachbarten Darfur bewältigen muss", erklärte Guterres in Genf.
Das UNHCR unterstütze die Forderung nach einer internationalen Präsenz im Osten des Tschad und nach größeren Anstrengungen des Landes, die Sicherheit in der Region zu bewahren. (APA)
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