Selbstmordanschlag auf Militär-Platz: Attentäter reißt 35 Menschen mit in den Tod
- Terrorist ging auf Rekruten zu und sprengte sich
- Behörden vermuten Zusammenhang mit Koranschule
Ein Selbstmordattentäter hat in Pakistan einen Anschlag auf eine Kaserne verübt und mindestens 35 Soldaten getötet. Weitere 20 Militärangehörige seien verletzt worden, sagte Generalmajor Shaukat Sultan. Einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Laut einem Mitarbeiter des Innenministeriums mischte sich der Attentäter unter Rekruten, die sich zum Morgenappell auf einem Platz versammelt hatten. Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Innenminister Aftab Sherpao schloss jedoch nicht aus, dass der Angriff mit einem Militäreinsatz gegen eine Koranschule vor neun Tagen zu tun haben könnte.
Der mit einem weiten Umhang bekleidete Täter drang auf einen Platz vor, auf dem sich die Soldaten zum Morgensport versammelt hatten. Der Attentäter sei auf Rekruten zugegangen und habe sich dann in die Luft gesprengt, hieß es. Der Sprengsatz eines zweiten Attentäters explodierte den Angaben zufolge nicht. Der Mann sei festgenommen worden. Nach weiteren möglichen Mittätern wurde gefahndet.
Innenminister Sherpao sagte, der Anschlag in Dargai könne mit dem Militäreinsatz gegen eine Koranschule zu tun haben, die nicht einmal hundert Kilometer entfernt liegt. Die pakistanische Armee hatte dort Ende Oktober 80 Menschen getötet. Amtlichen Angaben zufolge handelte es sich um ein Trainingslager der Terrororganisation Al Kaida. Nach Angaben von Anrainern waren allerdings überwiegend Kinder und Jugendliche unter den Toten.
Die Kaserne, auf die nun ein Anschlag verübt wurde, ist der zentrale Ausbildungsstützpunkt der pakistanischen Streitkräfte. Dargai gilt aber auch als Hochburg der islamisch-fundamentalistischen Bewegung für die Erzwingung des Islamischen Rechts (Tehrik e Nifaz e Shariat Mohammadi). Die Organisation hatte nach der Militäraktion gegen die islamische Schule mit Selbstmordanschlägen gegen die Armee gedroht.
Pakistan ist ein enger Verbündeter der USA in deren Kampf gegen den Terrorismus. Im Nordwesten des Landes kommt es seit ein paar Jahren immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Rebellen und der Armee. Dabei wurden bisher Hunderte Aufständische und Soldaten getötet.
(apa)
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