Wieder Gasexplosion in Kohlebergwerk in Nordchina: Dutzende Tote unter den Kumpeln
- Zu wenig Luft: Kaum noch Hoffnung für Verschüttete
- Jährliche tausende Tote durch Unglücke in China
Durch eine Gasexplosion in einer Kohlegrube in Nordchina sind voraussichtlich 47 Bergarbeiter ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben wurden bisher 17 Tote geborgen, während noch 30 Kumpel verschüttet waren.
Ein leitender Mitarbeiter der Jiaojiazhai Kohlegrube nahe der Stadt Xinzhou (Provinz Shanxi) berichtete telefonisch in Peking, dass es kaum noch Hoffnung gebe, jemanden lebend zu bergen. "Die verschütteten Arbeiter dürften nicht genug Luft haben." Seit dem Unglück sei schon zu viel Zeit vergangen. "Die Überlebenschancen sind da gering."
Die Bergungsmannschaften hatten sich bis auf etwa 100 Meter an den Ort der Explosion heran gearbeitet. Der Schacht war eingestürzt. Wie viele Bergarbeiter genau betroffen waren, konnte der Mitarbeiter nicht sagen.
Die Nachrichtenagentur Xinhua hatte zuvor berichtet, von 393 Arbeitern unter Tage seien 346 lebend gerettet worden. Nach ersten Erkenntnissen dürften Sicherheitsvorschriften missachtet worden sein, so dass es zu der Explosion gekommen sei. Erst vergangene Woche waren in einem Bergwerk in der Provinz Gansu ebenfalls durch eine Gasexplosion 29 Bergleute ums Leben gekommen.
Nirgendwo in der Welt leben Bergarbeiter so gefährlich wie in China. Bis Oktober sind in diesem Jahr nach Angaben des staatlichen Arbeitsschutzamtes schon 3.726 Bergarbeiter bei 2.340 Unfällen in der Kohleindustrie ums Leben gekommen. Das sei ein Rückgang der Toten um 21,9 Prozent. Doch werden auch viele tödliche Unglücke aus Angst vor Strafen nicht den Behörden gemeldet. Ursachen für die hohe Zahl der Grubenunglücke sind häufig mangelnde behördliche Aufsicht durch Korruption örtlicher Funktionäre. Hinzu kommen Sicherheitsmängel, rückständige Ausrüstung, der hohe Förderdruck durch den Energiemangel und stark gestiegene Kohlepreise, die hohe Gewinne einbringen.
(apa/red)
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