'Für Übergangszeit': SPÖ-Bürgermeister
Häupl flirtet jetzt mit Minderheitsregierung!
- Wenn VP nicht an Verhandlungstisch zurückkehrt
- Minderheitsregierung für Cap nur eine Möglichkeit
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Sollte die ÖVP in ein bis zwei Wochen nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, kann sich der Wiener Bürgermeister Michael Häupl "in einer Übergangsphase" auch eine SP-Minderheitsregierung vorstellen. Eine Große Koalition wäre zwar nach wie vor "das Rechte für das Land", sagte Häupl in der ORF-Sendung "Wien Heute". Aber eine Partei (gemeint ist die ÖVP, Anm.) dürfe nicht durch "Gesprächsverweigerung" die Regierungsfähigkeit des Landes in Frage stellen.
"Wenn es daher für eine Übergangszeit, und ich meine damit keine lange Übergangszeit, zu einer Minderheitsregierung kommt, dann sehe ich darin keine Verletzung dessen, was ich grundsätzlich meine", sagt Häupl. Eine solche Regierung könne allerdings "nur einige wenige Monate" überbrücken, räumte der SP-Politiker ein. Gleichzeitig betonte er jedoch mit Blick auf die abgewählte schwarz-blaue Übergangsregierung, "dass es zur Zeit auch eine Minderheitsregierung gibt".
Zuwarten will Häupl ein bis zwei Wochen: "Da wird gar kein Ultimatum gestellt, aber da wird man sich überlegen müssen, was man sonst tut." Eine Dreier-Koalition mit FPÖ und Grünen schloss der SP-Politiker als Alternative aus: "Erstens wird das die FPÖ nicht machen, zweitens machen wir das nicht und drittens die Grünen nicht." Zuvor hatte Häupl freilich auch eine Minderheitsregierung noch abgelehnt, weil das "keine stabile Lösung" wäre, wie er vor dem SP-Präsidium meinte.
Minderheitsregierung für Cap nur eine Möglichkeit
Für SP-Klubchef Josef Cap ist eine rote Minderheitsregierung eine von mehreren Möglichkeiten, sollte die ÖVP die Regierungsverhandlungen weiter verweigern. Als weitere Möglichkeit nannte Cap in der ZiB 2 Neuwahlen. Aber, so der geschäftsführende Klubobmann: "Da gibt's noch keinen Beschluss, keine Diskussion, das ist noch offen."
Den Vorschlag, die Koalitionsverhandlungen abzuschließen und erst danach die Untersuchungsausschüsse zu Eurofighter und Bankenaufsicht tagen zu lassen, fand Cap auf Nachfrage "wunderbar". Bis ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel als Zeuge im Ausschuss geladen werde, würden ohnehin drei bis fünf Wochen vergehen: "Bis dahin können wir die Koalition ausverhandeln." Am Wochenende hatte Cap noch ausgeschlossen, die U-Ausschüsse bis zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen zurückzustellen.
VP würde SP-Minderheitsregierung akzeptieren
Die ÖVP würde eine SPÖ-Minderheitsregierung akzeptieren. ÖVP-Klubobmann Wilhelm Molterer erklärt in den "Vorarlberger Nachrichten" auf die Frage, ob es die ÖVP akzeptieren würde, wenn die SPÖ sagt, eine Große Koalition ist nicht möglich, jetzt gibt es eine SPÖ-geführte Minderheitsregierung: "Wenn die SPÖ diese Entscheidung trifft, dann ist sie zu akzeptieren - selbstverständlich, wir sind in einer Demokratie".
Ob er in der Folge einen Neuwahlantrag unterstützen würde, ist für Molterer "jetzt nicht beantwortbar". (apa/red)
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