Bombenattrappe vor Lokal Muslimischer Jugend: Ein Verdächtiger festgenommen!
- Zum Islam konvertierter Familienvater verhaftet
- Hatte angeblich Zorn auf "liberale Glaubensbrüder"

·Bombenattrappe in Wien: Erste Festnahme
Paket vor Muslim-Lokal: Kein Rechtsextremismus
Ein 29-jähriger Österreicher, der zum Islam konvertiert ist, soll laut einem Bericht der "Kronenzeitung" am 11. September eine Bombenattrappe vor einem Lokal der Muslimischen Jugend Österreichs (MJÖ) in der Märzstraße in Wien-Ottakring deponiert haben. Der Mann war am 7. November verhaftet worden und soll bereits verhört worden sein. Als Motiv habe der Familienvater zu Protokoll gegeben, einen Zorn auf seine liberalen Glaubensbrüder gehabt zu haben.
Bedeckt gab sich das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) am Tag nach der Verhaftung eines Verdächtigen im Fall um das Lokal der Muslimischen Jugend Österreichs (MJÖ) in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus. "Es gilt, die Ergebnisse der Spurensicherung abzuwarten, das wird etwa 14 Tage dauern", sagte Werner Autericky, Leiter des Bereichs Extremismus im LVT, auf Anfrage der APA. Für eine Bestätigung des "Krone"-Artikels am Abend war er vorerst nicht zu erreichen.
Am 11. September hatten Unbekannte auf dem Gehsteig vor dem MJÖ-Lokal in der Märzstraße eine Bombenattrappe deponiert. Darauf war ein Zettel mit dem Text "4. Juli 1926, Weimar" befestigt. Von einem Handy wurden auch SMS des selben Textes versendet. An diesem Tag fand in Weimar der erste Parteitag der NSDAP nach ihrer Neugründung statt. Dabei wurde auch die Hitler-Jugend ins Leben gerufen. Nicht zuletzt wegen dieses Zusammenhangs hatte man zunächst einen rechtsextremen Hintergrund vermutet.
Der Besitzer des Handys wurde ausgeforscht und verhaftet. Die Spurensicherung soll nun klären, ob er tatsächlich auch mit der Bombenattrappe in Verbindung gebracht werden kann oder "nur" die SMS verschickt hat. Zu seiner Person wollte die Polizei nicht mehr sagen, "als was ohnehin schon bekannt ist": Demnach handelt es sich um einen Mann, der nicht dem rechtsextremen Lager zuzurechnen sei. Er wurde an seiner Wohnadresse in Meidling verhaftet. Für einen islamistischen Hintergrund des Verdächtigen, wie in Medien spekuliert wurde, gab es seitens der Exekutive keine Spekulation. (apa/red)
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