Dienstag, 5. Dezember 2006

Sicher keine Wunder, sondern bloß Plunder: ADAC prüfte Tauglichkeit von Spritsparmittel

  • Das Ergebnis: Keines verringerte den Benzindurst
  • Das beste Rezept ist immer noch der sanfte Gasfuß

Der Treibstoff wird immer teurer. Doch anstatt spritsparender zu fahren, investieren viele Autofahrer lieber noch mehr Geld in dubiose Wundermittel, die angeblich den Verbrauch verringern. Der deutsche Autofahrerclub ADAC hat jetzt drei verschiedene Spritsparmittel für Diesel und Benzinfahrzeuge getestet. Klares Ergebnis: In keinem einzigen Fall wurde ein Minderverbrauch festgestellt.

Bei den getesteten Mitteln handelte es sich zum einen um einen Kraftstoffzusatz in Tablettenform (MPG-CAP), der den Kraftstoffverbrauch um zehn bis 20 Prozent reduzieren soll. Ein weiteres Mittel, ein Motorenöladditiv (Mathy-M), verspricht zehn Prozent weniger Kraftstoffverbrauch und zusätzliche Leistungssteigerung. Bei dem dritten Produkt handelt es sich um einen Magneten, der sich „Kraftstoffaktivator“ nennt und an der Kraftstoffleitung montiert wird. Der Hersteller (Hagans) nennt als Einsparung bis zu acht Prozent, abhängig vom Fahrzeug. Die Werbeaussagen der Hersteller wurden am Beispiel mehrerer Mittelklassefahrzeuge (Opel Astra, Zafira, VW Golf) auf einem Prüfstand untersucht.

Hohe Kosten
Die versprochene Wirkung gibt es nicht gratis. Für die MPG-Tabletten betragen die Kosten 2,60 Euro pro Tankfüllung, Das Additiv zum Motorenöl gibt es zum Preis von rund 130 Euro. Es reicht je nach Mischungsverhältnis für drei bis zehn Ölwechselintervalle. Beim „Kraftstoffaktivator“ handelt es sich um eine einmalige Investition von unter 60 Euro.

Die Ergebnisse
Im Test unter Laborbedingungen zeigte sich, dass keines dieser Wundermittel den Kraftstoffverbrauch senken konnte. Darüber hinaus weist der ADAC darauf hin, dass kein Automobilhersteller solche Mittel für seine Fahrzeuge freigegeben hat oder gar empfiehlt. Sollte es durch die Verwendung eines solchen „Geheimrezeptes“ zu Schäden am Motor kommen, braucht der Fahrzeughersteller dafür nicht zu haften. Auch deshalb ist von solchen Angeboten dringend abzuraten.

So spart man richtig Sprit
Am besten lässt sich der Kraftstoffverbrauch durch eine sparsame Fahrweise und die regelmäßige Wartung des Fahrzeugs (richtiger Reifendruck, Ölwechsel, Inspektionen) wirksam senken!

5.12.2006 09:13