Mittwoch, 1. November 2006

U-Ausschuss Banken: Eine tickende Bombe

Parlaments-Tribunal könnte dem Finanzplatz Österreich schwer schaden.

Die Stimmung auf dem Finanzplatz Wien ist am Tiefpunkt. „Es wird versucht, uns international schlecht zu machen“, platzt sogar dem sonst so zurückhaltenden mächtigen Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad der Kragen (siehe Interview rechts).
Grund des Unmutes, den zahlreiche Bankenchefs mit Konrad teilen, ist der am Montag im Parlament mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und FPÖ beschlossene Untersuchungsausschuss Banken. Tatsächlich ist dieses Tribunal „eine tickende Bombe, die den Finanzplatz Österreich sprengen kann“, so ein Bankmanager. Der Antrag der Parlamentarier umfasst 18 „aufklärungswürdige Fragen“. Dabei werden Kriminalfälle wie Amis und Bawag brutal mit Bankgeschäften vermischt. Ziel des rot-grün-blauen Frontalangriffes sind hauptsächlich die Mitglieder der noch amtierenden Regierung. Doch es ist ein Tanz auf dem Vulkan. Denn leicht könnten erfolgreiche Institute der sensiblen Finanzwelt Schaden nehmen. NEWS zeigt die acht brisantesten Punkte.

Der Ausschuss will die politische Verantwortung für den Bawag-Skandal, den größten Kriminalfall der Zweiten Republik finden. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wird dabei wohl ebenso vorgeladen wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Ebenso soll geklärt werden, ob die Prüfung durch Nationalbank, Bankenaufsicht, Staatskommissäre und Finanzmarktaufsicht versagt hat. Dabei könnte auch die SPÖ ordentlich abbeißen.

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1.11.2006 17:40