Mittwoch, 1. November 2006

Rot-schwarzer Polit-Krieg - Der finale Machtkampf: Wer von Neuwahlen profitiert

  • Nach dem Verhandlungs-Crash: Wie sich SP-Chef Gusenbauer und VP-Chef Schüssel jetzt bekriegen

Was sie jetzt planen. Wie der Präsident Rot-Schwarz doch noch erzwingen will.

Sie schreien sich an. Sie beflegeln sich. Sie schwören sich gegenseitig bittere Rache. Und schließlich greifen sie sich körperlich an – so intensiv, so lange, bis sie vom Kristallluster hinunterfallen und sterben. Die Rede ist – noch – nicht vom schwarzen Bundeskanzler und dem roten Wahlsieger, sondern von Barbara und Oliver Rose im legendären Film „Der Rosenkrieg“. Und doch scheinen sich Wolfgang Schüssel und Alfred Gusenbauer in eben solch einen „War of the Roses“, einen erbitterten Scheidungskrieg, verstrickt zu haben. Noch bevor es überhaupt zu einer Eheschließung gekommen ist, spielen der Ober-Schwarze und der Ober-Rote die Hauptrollen in einem Politkrieg, der seinesgleichen sucht. Blanker „Hass“ herrsche und „keine Vernunft“, sorgen sich denn auch Rote wie Schwarze „Vernunftmenschen“ hinter vorgehaltener Hand.

Psychokrieg in Rot-Schwarz. Tatsächlich: Der Krieg der Worte eskaliert beinahe stündlich: Schüssel „ignoriert den Wählerwillen“, ätzt Gusenbauer. „Ich bin erschüttert über die Gleichgültigkeit den österreichischen Arbeitsplätzen gegenüber“, kontert Schüssel prompt. „Fast kommen mir die Gespräche wie Treffen zwischen Nordkoreanern und Südkoreanern vor“, zieht der steirische ÖVP-Chef und Koalitionsverhandler, Hermann Schützenhöfer, einen gewagten Vergleich. ÖVP-Budgetsprecher Günther Stummvoll geht angesichts der „SP-Steuerpläne“ ebenfalls in die Vollen: „Ich würde jedem Steuerzahler raten, seine Brieftasche festzuhalten.“ Und SPÖ-Klubchef Josef Cap kontert nicht minder aggressiv: „Schüssel zögert die Verhandlungen so raus, weil er offenbar die nächsten Weihnachten auch noch im Bundeskanzleramt feiern will.“

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1.11.2006 17:30