Der Mythos vom "Ersten Mal": Studie widerlegt Trend zu immer früherem Sex
- Erste Sex-Erfahrungen meist zwischen 15 - 19 Jahren
- Jugendliche in Schwellenländern haben eher spät Sex
Dass Burschen und Mädchen immer früher Sex haben, ist - zumindest bei weltweiter Betrachtung - ein Mythos. In fast allen Ländern erleben die Jugendlichen ihr "erstes Mal" im Alter von 15 bis 19 Jahren, wie Forscher in einer globalen Studie zum Sexualverhalten herausgefunden haben.
Demnach haben Mädchen in Afrika im Durchschnitt am frühesten Geschlechtsverkehr - häufig sind sie dann zwischen 15 und 17 Jahren alt. Männer in derselben Region fangen den Daten zufolge spät an. Sie verlieren ihre Jungfräulichkeit häufig im Alter von 18 Jahren und später.
Grund für den Unterschied: Für Frauen in dieser Region sei eine frühe Hochzeit die Norm. Tendenziell heirateten sie dabei ältere Männer, heißt es in der Studie im britischen Medizinjournal "The Lancet". Die Wissenschafter verglichen Daten der vergangenen zehn Jahre aus 59 Ländern.
Auffällig "alt" beim ersten Sex seien die jungen Menschen in Schwellenländern. So lag das Durchschnittsalter beim "ersten Mal" in Armenien und Kasachstan bei Frauen und Männern bei 20,5 Jahren.
Im Vergleich von sieben Industrieländern starten britische Männer am frühesten in ihr Sexualleben - sie sind dann im Durchschnitt 16,5 Jahre alt. Ihre Geschlechtsgenossen aus der Schweiz und Norwegen hingegen warten im Schnitt bis zum Alter von 18,5 Jahren. Mädchen warteten ähnlich lange, schreiben Kaye Wellings und ihre Kollegen von der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin. Insgesamt erlebten junge Frauen und Männer in Industrieländern das "erste Mal" in vergleichbarem Alter. (APA/red)
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