Montag, 20. November 2006

BAWAG-Verkauf soll noch mehr als 2,4 Mrd. Euro bringen: Zuschlag noch im Dezember!

  • Nach Angebotsschluss soll es zu Auktion kommen
  • "Funktionsgarantie": Keine Zerschlagung befürchtet

Der US-Hedgefonds Cerberus rittert im Konsortium mit der Generali-Versicherung und Wüstenrot um die angeschlagene Gewerkschaftsbank BAWAG P.S.K, die Rede ist unisono von bisher rund 2,4 Mrd. Euro, die die Gruppe bietet. ÖGB-Chef Rudolf Hundstorfer ist mit den genannten Kaufpreissummen nicht unzufrieden, wie er am BAWAG-Weltspartagsempfang versicherte. Er erwartet den Verkauf der BAWAG (das "Signing") aus heutiger Sicht vor Weihnachten.

Von einer ganz guten Latte spricht auch BAWAG-Aufsichtsratschef Siegfried Sellitsch. Die im Zusammenhang mit Cerberus kolportierte Summe sähe er als guten "Start". Es könne durchaus noch mehr werden, meinte Sellitsch, weil es nach Angebotsschluss ja zu einer Auktion kommen soll.

Die BAWAG P.S.K. sei als Kernbank wirklich gut und solide. Dass es lange Zeit "eine Bank in der Bank" gegeben habe, sei freilich kein Ruhmesblatt gewesen. Über den/die aussichtsreichsten Käufer sagt der Bankpräsident nur: "Wenn wer auf Umsatz aus ist, für den wird die BAWAG das Richtige sein".

Keine Zerschlagung befürchtet
Eine Zerschlagung der Bank in Einzelteile befürchtet er nicht: "Niemand wird viel Geld ausgeben, um das Unternehmen dann zu zertrümmern. Da mache ich mir keine Sorgen".

Ob es wie kolportiert durch die Cerberus-Grupe dezidierte Arbeitsplatzgarantien gibt, ist zumindest in der Branche noch umstritten. Im Offert soll es Berichten zufolge jedenfalls solche Angaben geben. Laut Sellitsch geht es einem neuen Investor in der Regel um "Funktionsgarantien", und damit seien sicherlich auch Arbeitsplatzaspekte verbunden.

Seit Anfang Oktober haben die Bieter der zunächst unverbindlichen Offertrunde Einschau in die Bücher der Bank. Die Datenraumphase ist bis jetzt nicht abgeschlossen, hieß es heute zur APA. Für den 13. November werden die endgültigen verbindlichen Offerte erwartet. Diese Übernahmeangebote können dann bis Dezember, bis kurz vor dem Verkaufsbeschluss, in einer Art Versteigerung bei Bedarf noch nachgebessert werden. An den Verkaufsberater Morgan Stanley erging der Auftrag, zum Höchstpreis zu verkaufen. (apa)

20.11.2006 10:47