Donnerstag, 2. November 2006

EZB hält Leitzins bei 3,25%: Nächste Zinserhöhung für Dezember erwartet

  • Trichet rechnet mit solidem Wirtschaftswachstum

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen im gemeinsamen Währungsraum unverändert gelassen, die Verbraucher aber auf die sechste Erhöhung seit Dezember 2005 vorbereitet. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte, mit Blick auf die Inflationsrisiken sei "starke Wachsamkeit" weiterhin erforderlich.

Mit der Verwendung des Schlüsselwortes "Wachsamkeit" ("vigilance") pflegt der oberste Währungshüter Europas auf bevorstehende Zinsschritte vorzubereiten. Zum letzten Mal hatte die EZB die Zinsen im Oktober um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der entscheidende Leitzins liegt derzeit bei 3,25 Prozent. Analysten gehen von einer erneuten Anhebung im Dezember aus.

Die Inflation im Euro-Raum hatte sich im Oktober vor allem wegen gesunkener Ölpreise auf 1,6 Prozent verringert. Sie lag damit zwar klar unter der von den Währungshütern als Preisstabilität definierten Marke von 2 Prozent. Nach Einschätzung der EZB werden die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten aber wieder steigen. Sollten sich die Annahmen der EZB bestätigen, werde es nötig sein, die Zinszügel zu straffen. Eine rechtzeitige und angemessene Reaktion sei entscheidend für die Preisstabilität.

Positiv beurteilten die Währungshüter die Konjunkturaussichten für den gemeinsamen Währungsraum. Seit Mitte 2005 sei die Wirtschaft stärker gewachsen als erwartet und der Schwung sollte auch der zweiten Hälfte dieses Jahres anhalten, sagte Trichet. Alle ökonomischen Daten sowie die Erholung auf dem Arbeitsmarkt deuteten darauf hin.

Auch für die Zukunft rechnet der EZB-Präsident mit einem soliden Wirtschaftswachstum. Allerdings könnte es zum Jahreswechsel wegen der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland zu Schwankungen bei den Wachstumsraten kommen.

(apa/red)

2.11.2006 15:53