2. Banken-Skandal Österreichs: Anklagen in Causa "Hypo Alpe-Adria" nicht vor 2007
- Ermittlungen gegen Noch-Vorstand Thomas Morgl
- Gutachter soll riskante Spekulationsgeschäfte prüfen
·Hypo: Haider setzt weiter auf Verkauf
Statt 12% sollen aber nur
4-6% verkauft werden
·Kärnten will 12 % der Hypo verkaufen
Heftiger Polit-Wirbel unter einzelnen Parteien
·Kulterer wechselt in den Hypo-Aufsichtsrat
Einstimmiger Beschluss in Hauptversammlung
Der Bilanzskandal um die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank wird erst im nächsten Jahr vor Gericht kommen. Anklagen werde es "nicht vor Anfang 2007" geben, erklärt die zuständige Staatsanwältin Carmen Riesinger. Während die Anklagen in Sachen BAWAG P.S.K. inzwischen bei den Betroffenen eingelangt sind, wird es damit im zweiten großen heimischen Bankenskandal noch etwas dauern.
Der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Grazer Wirtschaftssachverständige sei bisher noch mit zwei anderen großen Wirtschaftsfällen - unter anderem mit der Finanz-Causa Herberstein - beschäftigt gewesen, werde sich nun aber intensiv um das Hypo Alpe Adria-Gutachten kümmern, erklärt der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz, in der "Wiener Zeitung". Der Gutachter soll in erster Linie prüfen, wie die hochriskanten Spekulationsgeschäfte in der Bank abgewickelt wurden, die wie berichtet den Verlust von 328 Mio. Euro verursacht haben.
Da der Aufsichtsrat nicht unverzüglich von den Verlusten informiert worden war und diese auch nicht vollständig in der Bilanz aufgeschienen sind, wird laut Bericht wegen des Verdachts der Untreue und Bilanzmanipulation ermittelt. Im Visier der Staatsanwaltschaft sind demnach nicht nur der zu diesem Zeitpunkt verantwortliche Abteilungsleiter und die beiden inzwischen zurückgetretenen Vorstände Wolfgang Kulterer und Günther Striedinger, sondern auch Thomas Morgl, der nach wie vor im Vorstand der Hypo Group Alpe Adria ist (für sie alle gilt die Unschuldsvermutung). "In wieweit diese Personen strafrechtlich verantwortlich sind, wird erst das Gutachten zeigen", betont Riesinger. Kulterer ist inzwischen Aufsichtsratsvorsitzender der Bank.
Verwunderung bei Hypo Group Alpe Adria
Verwundert zeigt man sich bei der Hypo Group Alpe Adria (vormals Hypo Alpe-Adria-Bank) über den Bericht in der "Wiener Zeitung". Bankensprecherin Martina Uster wies gegenüber der APA darauf hin, dass es noch nicht feststehe, ob es überhaupt zu Anklagen kommen wird.
"Derzeit sind nur gerichtliche Vorerhebungen im Gange, nicht mehr und nicht weniger", sagte Uster. Bereits jetzt von kommenden Anklagen zu sprechen, sei daher nicht korrekt. Allerdings wird auch im Zeitungsbericht Staatsanwältin Riesinger mit den einschränkenden Worten zitiert, dass erst das Gutachten eines Grazer Wirtschaftssachverständigen zeigen werde, ob eine strafrechtliche Verantwortung vorliegt.
(apa/red)
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