Ein Wiener 'Oberkellner' in München: Stefan
Maierhofer auch im CL-Kader der Bayern
- Magath nominierte Niederösterreicher für Heimspiel
- Amateur-Coach sagte: 'Den kriegen wir schon hin'
Zuerst hat er beim 2:0-Sieg in der Allianz Arena gegen Eintracht Frankfurt sein Kurzdebüt in der deutschen Fußball-Bundesliga gegeben. Dann hat er die Amateure des FC Bayern als Kapitän zu Hause zum 4:1-Erfolg geführt. Und nun hat Cheftrainer Felix Magath den Österreicher Stefan Maierhofer auch in den Kader des Rekordmeisters für das Champions League-Heimspiel der Gruppe B gegen Sporting Lissabon einberufen.
Magath begründete die Nominierung des Niederösterreichers und auch jene von Christian Saba, der ebenfalls in der Regionalliga Süd unter Trainer Hermann Gerland spielt, mit zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen in seiner Profi-Truppe. Außerdem fehlte Bastian Schweinsteiger, der im "Hinspiel" vor zwei Wochen das Goldtor zum 1:0 erzielt hatte, wegen einer Gelb-Sperre. Wer für den Teamspieler in die Elf kam, ließ der Feldherr bis kurz vor dem Spiel offen.
Im vierten Gruppen-Spiel der Münchner wird Maierhofer, der in der Regionalliga nach 13 Runden mit acht Toren zweitbester Torjäger ist, am Beginn wohl wieder auf der Ersatzbank Platz nehmen. Die Stars nennen ihn ob seiner 2,02 m Körpergröße "Basketballer, Oberkellner oder Langer". Er war aus einer Liga gekommen, in der "die Spieler wahrscheinlich gerade mal ihre Schuhe unfallfrei zumachen können" (Zitat Gerland). Inzwischen ist der gelernte Koch und Restaurant-Fachmann von allen im Bayern-Lager akzeptiert.
Natürlich zählt da Cheftrainer Magath auch dazu. "Es ist wichtig für eine Mannschaft, dass auch mal Spieler auftauchen, die man gar nicht so auf dem Zettel hat", meinte der Meister-Macher. Da Lukas Podolski noch länger verletzt ist, könnte Maierhofer schon bald auch seinen Einstand in der Millionen-Klasse geben. Sein Förderer Gerland sagt über den 24-Jährigen von der Hochramalm in Gablitz, der als erster "Ösi" seit Herzog den Bayern-Dress tragen durfte: "Der Lange spielt mit ungeheurem Einsatz und ist unheimlich lernwillig und -fähig."
Vor 16 Monaten hatte wahrscheinlich nur Bayerns Amateur-Betreuer den "Langen" auf dem Zettel. Vor drei Jahren wurde Maierhofer als Vienna-Spieler mehrmals eingewechselt, aber zu einem Stammleiberl reichte es nie in Döbling nie. Maierhofer klopfte danach bei Rapid an, holte sich dort aber einen Korb und landete letztlich beim NÖ-Landesligisten SV Langenrohr. Seine Hartnäckigkeit und sein Selbstbewusstsein blieb trotz des "Abstiegs" ungebrochen. Der "Basketballer" schrieb per Internet mehrere Topvereine in ganz Europa an.
Gerland lud den Stürmer ins Trainingslager ein, in dem der Niederösterreicher im Sommer 2005 durch gute Kondi-Tests und als Vollstrecker auf sich aufmerksam machte. Eineinhalb Jahre später steht Maierhofer vor der Premiere in der Champions League. Gerland erinnert sich noch heute an die ersten Schritte seinen Schützlings in München: "Ich dachte mir, was kommt da für einer? Er war in betagtem Alter und unfertigt. Aber ich wusste auch: Den kriegen wir schon hin".
Und wer weiß, vielleicht feiern die FCB-Anhänger den "Komet" nach der Partie gegen den portugiesischen Vizemeister Sporting. So wie sie es am Sonntag taten, als sie nach dem 4:1 gegen VfB Stuttgart II dem Amateur-Kapitän im Chor mit "Maierhofer, Maierhofer, hey hey!" huldigten. Und wie war das Gefühl einen Tag davor bei den Profis? "Es war noch einen Tick besser, als man es sich vorstellt. Wenn du da unten stehst und die Südkurve schreit deinen Namen - das ist einfach überwältigend. Es ist schön, dass ich die zwei Minuten bekommen habe. Einzulaufen, ist einfach geil."
(APA/red)
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