Mittwoch, 1. November 2006

Drogba schockt Barcelona: Titelverteidiger muss nach 2:2-Remis gegen Chelsea zittern

  • Engländern gelingt in Nachspielzeit noch Ausgleich
  • Eindhoven, Liverpool, Bayern und Valencia weiter

Titelverteidiger FC Barcelona läuft Gefahr, bereits in der Gruppenphase der Fußball-Champions-League aus dem Bewerb auszuscheiden. Die Katalanen mussten sich im Schlager der vierten Runde mit einem 2:2-Heimremis gegen Chelsea begnügen und rutschten in Gruppe A hinter Werder Bremen auf den dritten Tabellenplatz ab. Währenddessen stehen mit FC Bayern München, Liverpool FC, PSV Eindhoven und Valencia CF bereits vorzeitig vier Achtelfinalisten fest.

Chelsea-Stürmer Didier Drogba verhinderte mit einem Tor in der dritten Minute der Nachspielzeit die Revanche Barcelonas für die 0:1-Niederlage vor zwei Wochen in London. Auch damals hatte Champions-League-Topscorer Drogba den entscheidenden Treffer markiert. Dabei war Barcelona vor 98.000 Zuschauern im eigenen Estadio Camp Nou überfallsartig gestartet und durch einen platzierten Schuss von Deco bereits in der dritten Spielminute in Führung gegangen.

Nach dem Ausgleich durch Frank Lampard, der einen Schlenzer von der Grundlinie aus beinahe unmöglichem Winkel verwertete (52.), war es ausgerechnet der im Sommer von Chelsea zu Barcelona gewechselte Eidur Gudjohnson, der die Katalanen auf die vermeintliche Siegerstraße brachte. Der Isländer traf nach Idealzuspiel von Ronaldinho. Vor der Pause hatte in einem nicht immer hochklassigen Spitzenspiel vor allem eine Gelbe Karte gegen Chelsea-Verteidiger Ashley Cole, die einige Barca-Spieler fälschlicherweise als dessen zweite interpretiert hatten, für Aufregung gesorgt.

Werder schießt Sofia vom Rasen
Werder Bremen wahrte seine Chance, Barca noch aus dem Achtelfinale zu boxen, mit einem 3:0-Sieg bei Lewski Sofia. Der deutsche Tabellenführer profitierte dabei aber auch von Selbstfallern der Bulgaren. Das 1:0 etwa schoss sich Lewski-Keeper Nikolai Michailow bei seinem CL-Debüt selbst, als er einen Rückpass nicht kontrollieren konnte (33.). Binnen vier Minuten fixierten Baumann (35.) und Frings (37.) den Endstand. Werder liegt damit zwei Punkte vor Barcelona und trifft in der Schlussrunde auswärts auf den Titelverteidiger.

Bayern kann für K.o-Phase planen
Der stark ersatzgeschwächte FC Bayern München, bei dem der österreichische Stürmer Stefan Maierhofer auf der Bank saß, kann im Gegensatz dazu trotz eines torlosen Heimremis gegen Sporting Lissabon bereits für die K.o.-Phase planen. Die Münchner führen mit 10 Punkten weiter klar vor Inter Mailand (6) und Sporting (5) und können nicht mehr von den ersten beiden Plätzen verdrängt werden. Die Mailänder hatten sich dank eines Tores von Julio Cruz (1.) nach Fehler von ÖFB-Teamverteidiger Martin Stranzl bei Spartak Moskau mit 1:0 durchgesetzt.

Gruppe C hat ihre Aufsteiger
In Gruppe C stehen mit Liverpool und Eindhoven bereits beide Aufsteiger fest. Während sich die Niederländer zu Hause gegen Galatasaray Istanbul mit 2:0 (0:0) durchsetzten, fertigte der englische Rekordmeister Girondins Bordeaux mit 3:0 (1:0) ab. Der Spanier Luis Garcia ließ sich als Doppeltorschütze feiern (23., 76.), dazwischen scorte Kapitän Steven Gerrard (72.). Die Franzosen haben damit in der laufenden Champions-League-Saison weiterhin nicht getroffen.

Zwei Remis in Gruppe D
Zwei Remis in Gruppe D halfen den Favoriten Valencia und AS Roma. Während die Valencianer nach einem schmeichelhaften 2:2 bei Schachtjor Donezk bereits im Achtelfinale stehen, wandelten die Italiener an einer Heimniederlage gegen Olympiakos Piräus. Die verhinderte Kapitän Francesco Totti, der vor der Pause noch mit einem Elfmeter am griechischen Europameister Antonis Nikopolidis gescheitert war, nach Seitenwechsel aber den Ausgleich besorgte (66.). (apa)

1.11.2006 10:53