Sonntag, 5. November 2006

"Wir wollen Meister werden": Salzburger Bullen auf dem Expressweg Richtung Meister

  • Zickler & Co. sammeln fröhlich Statistikrekorde
  • Torhüter Ochs schon 415 Minuten ohne Gegentreffer

Red Bull Salzburg hat sich mit einem 3:0-Heimsieg über Pasching den inoffiziellen Titel des Fußball-Herbstmeisters der T-Mobile-Bundesliga gesichert. Kaufen können sich die Mozartstädter für diesen Titel freilich nichts. Doch seit Einführung der Bundesliga in der Saison 1974/75 ist der Tabellenführer nach der Hinrunde in 32 Spielzeiten auch 21 Mal als Meister hervorgegangen.

Das Vorjahr, als Salzburg mit drei Punkten vor der Wiener Austria ebenfalls "Halbzeitführender" war, sollte dem Team von Giovanni Trapattoni und Lothar Matthäus aber eine Warnung sein. Damals hatten die Wiener am Saisonende die Nase vorne und den Titel in der Tasche. Doch Matthäus stellt klar: "Wir wollen Meister werden. Die Mannschaft ist auf einem sehr guten Weg und versteht immer mehr, was wir wollen." Das zehn Punkte Vorsprung aber auch schnell weg sein können, wissen auch die arrivierten Spieler wie Alexander Zickler und Thomas Linke.

Torjäger Zickler schoss den Tabellenzweiten aus Pasching mit drei Toren im Alleingang K.o. Der 32-jährige Deutsche erlebt zur Zeit einen zweiten Frühling, trifft nach Belieben. Der Führende der Torschützenliste (13 Treffer) ist schon lange im Fußball-Geschäft und weiß, dass der Weg zum Meistertitel noch ein harter wird: "Wir haben einen guten Vorsprung, der aber schnell schmelzen kann, siehe Austria im Vorjahr." Mit seinem zweiten Triplepack der Saison (den ersten erzielte er in der 1. Runde gegen Ried) ist er auf dem besten Weg, die Torjäger des Vorjahres schon in der Hinrunde einzuholen. Sanel Kuljic (Ried) und Roland Linz (Austria Magna) hatten sich 2005/06 mit je 15 Treffern über die Torjägerkrone gefreut.

Schlussmann Timo Ochs befindet sich auf den Spuren seines Gegenübers aus Pasching, Pepi Schicklgruber. Der Paschinger blieb in der Vorsaison im Herbst ganze 794 Liga-Minuten ohne Gegentreffer. Ochs, dem die Statistik relativ egal ist, hält aktuell bei 415. Er sagt nur: "Je mehr man nachdenkt, umso mehr setzt man sich unter Druck." Seine eigene Leistung sieht er mehr als Teil der Leistung der Mannschaft: "Es sind elf Leute, die defensiv arbeiten."

Den Rekordvorsprung von zwölf Punkten nach der Hinrunde, den Tirol (01/02) und Rapid (02/03) innehaben, können die Bullen in den verbleibenden drei Runden auch noch einstellen. Theoretisch wären 19 Punkte Vorsprung möglich. Dies ist auch der Rekordvorsprung, den sich Sturm Graz am Ende der Meisterschaft 1997/98 herausgeschossen hatte.

Aber auch die beiden Deutschen Zickler ("Der Vorsprung ist auch deshalb so groß, weil andere Klubs Probleme haben") und Matthäus ("Wir haben jetzt englische Wochen vor uns") wissen, das eine Fußball-Saison in Österreich nicht 18, sondern 36 Runden hat.
(apa/red)

5.11.2006 12:04