Verstärkungen gesucht: Drei Neuzugänge sollen Austria aus der Form-Krise schießen
- Parits will aber keine "Spieler aus der Luxusklasse"
- General Manager löste bereits kuriosen Prämienstreit
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Seit seiner Bestellung zum General Manager der Wiener Austria am 20. Oktober arbeitet Thomas Parits eine violette "Baustelle" nach der anderen ab. Die Lösung des leidigen Prämienstreits ist dem Burgenländer bereits gelungen, aktuelle Dauerbrenner auf dem Tagesplan des 60-Jährigen sind die geplanten Verstärkungen in der Winterpause, die Beziehung zwischen Klub und Mäzen Frank Stronach sowie die Umstrukturierung des aktuellen Double-Gewinners in eine AG.
Im Rahmen der UEFA-Cup-Reise nach Amsterdam nahm Parits u.a. zu diesen Themen Stellung:
Zugänge: Derzeit schaut es nach drei Spielerverpflichtungen aus. Neo-Coach Georg Zellhofer soll in den kommenden vier Wochen seinen Kader intensiv sichten und dann deponieren, wo besonderer Handlungsbedarf gegeben ist. Im Mittelfeld muss Ersatz für Nastja Ceh her, außerdem sollen ein Verteidiger und ein Stürmer kommen.
"Spieler aus der Luxusklasse werden es nicht sein, wir werden uns in der Mittelklasse umschauen", so Parits, der damit auch den internen Konkurrenzkampf ankurbeln will. Eine Folge soll auch sein, dass Arek Radomski nicht wie bisher in der Abwehr, sondern wie im polnischen Nationalteam wieder im Mittelfeld eingesetzt wird.
Stronach: Mit Parits scheint nicht nur eine von den Fans gewünschte Austria-Ikone (u.a. vier Mal Meister als Spieler und ein Mal als Trainer) gekommen zu sein, sondern auch eine Person, die den richtigen Draht zu Stronach hat. "Stronach will auch über 2007 bleiben, das ist offiziell. Und er will auch weiter den größten Brocken beisteuern und das Stadion bauen. Er ist nicht nachtragend. Die Austria kann dem Herrgott danken, dass er da ist", so Parits über den Milliardär, der auch auf der Suche nach weiteren Sponsoren wichtige Türen öffnet.
Prämienstreit: Quasi mit Amtsantritt hat Parits das teamintern, immens aufs Gemüt schlagende Problem um die ausstehenden Prämien gelöst. "Da wurden unglaubliche Fehler gemacht, auch von der Mannschaft", so Parits. Denn die mit dem Titelgewinn fällige Summe wurde mit 13 Spielern mit "werd ma schau'n" alles andere als professionell "ausverhandelt". "Eigentlich unfassbar", schüttelt Parits den Kopf über das Problem mit "absolut oberster Priorität" nach dem Wechsel zur Austria.
Parits setzte sich mit den Magna-Vertretern Ernst Neumann und Wolfgang Rebernig an einen Tisch, ließ sich die Summe der "fälligen" Prämien für die 13 betroffenen Akteure auflisten und verankerte diese in ein UEFA-Cup-Prämien-Zuckerl. Das Problem war in zehn Minuten gelöst, die Befreiung in den Köpfen bereits beim 4:1 gegen Wacker Tirol deutlich zu spüren. Parits zeigte Verständnis für die Unzufriedenheit der Kicker: "Für einen Profi dürfte das normal keine Rolle spielen, aber das ist einfach menschlich, dass so etwas die Köpfe blockiert."
Vereinsumstrukturierung: Der größte aktuelle Brocken ist die Umstrukturierung der Austria in eine AG nach Ende des Betriebsführer-Vertrags von Magna am 30. Juni 2007. In dieser Sache muss Parits auf Grund des Arbeitsaufwandes kräftig durchschnaufen. "Da sitzen Spezialisten beisammen, die einen Weg suchen. Es wird an diesem riesigen Brocken gearbeitet, Deadline gibt es aber keine."
Zukunft von Schinkels und Stöger: Was mit den beurlaubten Schinkels und Stöger passiert, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Da werden Ex-Trainer und -Sportdirektor zu Einzelgesprächen eingeladen. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass die beiden weiter in Wien-Favoriten arbeiten.
(apa/red)
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