SADDAM HUSSEIN ZUM TOD VERURTEILT!
Iraks Ex-Diktator wird am Galgen gehängt
- "Werde mit Stolz sterben": Hussein verspottet Gericht
- Todesstrafe für Halbbruder, "Lebenslang" für Ex-Vize
Prozess um Massaker an hunderten Schiiten beendet
·BILDER: So reagierte Saddam auf das Urteil
Wütender Ex-Diktator preist Allah und Nation
·Zwei Prozesse gegen Saddam Hussein
Massaker von Dujail und Völkermord an Kurden
·KLICKEN: Saddam Hussein im Porträt
Leichen pflasterten seine politische Karriere im Irak
·Die lange Liste der Verbrechen Saddams
Todesurteil wegen Massaker an Schiiten
·Nur wenige Despoten standen vor Gericht
Diktatoren retteten sich nach Sturz oft ins Exil
·Die Geschichte des irakischen Staates
Von Monarchie über Diktatur zur Demokratie

Das Spiel ist aus: Dreieinhalb Jahre nach seinem Sturz durch die US-Armee ist der irakische Ex-Präsident Sadddam Hussein zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Todesurteile verhängte das Sondertribunal in Bagdad auch gegen seinen Halbbruder Barzan al-Tikriti und den ehemaligen Richter Awad al-Bandar. Ex-Vizepräsident Taha Yassin Ramadan, für den ebenfalls die Höchststrafe beantragt worden war, wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Angaben aus Justizkreisen werden alle Verurteilten Berufung gegen die Urteile einlegen, die mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit begründet wurden. Drei Ex-Funktionäre von Saddam Husseins Baath-Partei erhielten Haftstrafen von jeweils 15 Jahren, einer der sieben Mitangeklagten wurde freigesprochen. Dies hatte auch die Staatsanwaltschaft gefordert.
Unmittelbar nach der Urteilsverkündung rief Hussein im Gerichtssaal: "Allahu Akbar!" (Gott ist groß) und "Lang lebe die Nation!". Ebenso wie der Ex-Staatschef wurden dessen Halbbruder, Barzan al-Tikriti, und der ehemalige Vorsitzende des Revolutionstribunals, Awat Ahmed al-Bandar, von dem Gericht zum Tode verurteilt. Drei weitere Mitangeklagte erhielten 15-jährige Haftstrafen, ein Lokalpolitiker der Baath-Partei in Dujail wurde freigesprochen.
Nur wenige Stunden vor der Verkündung des Todesurteils hat sich Hussein seinem Anwalt zufolge furchtlos gezeigt. Er werde ohne Angst, mit Stolz auf sein Land und seine arabische Nation sterben, sagte Saddam nach Angaben des Chefs seines Anwaltsteams, Khalil al-Dulaimi. "Er war vollkommen unbesorgt in Bezug auf das Urteil. Es lag sogar ein Ausdruck von Spott über das Gericht auf seinem Gesicht".
Prozess wegen Massaker an Schiiten
In dem ersten Prozess ging es um den Tod von 148 angeblichen Verschwörern. Diese waren 1982 in der schiitischen Kleinstadt Dujail nach einem fehlgeschlagenen Attentat auf Saddam Hussein hingerichtet worden.
Chefverteidiger Khalil al-Dulaimi sagte anschließend, Saddam Husseins "Botschaft an das irakische Volk ist, zu vergeben und nicht Rache zu üben". "Der Präsident hat seine Landsleute auch aufgerufen, sich zusammenzuschließen im Angesicht der Gewalt". Er habe schon vorher gewusst, wie das Urteil lauten werde, und gebeten, danach diesen Appell zu verbreiten.
Gegen Saddam läuft noch ein zweiter Prozess wegen Völkermordes an den Kurden. Es geht dabei um die Angriffe auf kurdische Dörfer im Nordirak in den Jahren 1987 und 1988 während des Krieges gegen den Iran.
"Lektion für alle Verbrecher und Terroristen"
Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat das Todesurteil gegen den früheren Machthaber als "Lektion für alle Verbrecher und Terroristen" bezeichnet. Er sei sehr erstaunt gewesen, dass seine Regierung von mehreren Staaten aufgefordert worden sei, Saddam freizulassen, erklärte Maliki. Darüber habe jedoch nur das Gericht zu entscheiden gehabt. Im Irak stehe heute niemand mehr über dem Gesetz. Saddam habe mit seinen Kriegen und "Abenteuern" großes Elend über den Irak gebracht.
Die Schiiten im Irak haben das Todesurteil gegen den früheren Staatschef in öffentlichen Kundgebungen bejubelt. In seiner Heimatstadt Tikrit zogen dagegen rund 1000 Sunniten durch die Stadt und drohten ihn zu rächen. Das von der Regierung verhängte Ausgehverbot für Sonntag zeigte damit nur wenig Wirkung. In Sadr City, einer schiitischen Hochburg im Nordosten von Bagdad, tanzten Jugendliche auf den Straßen und riefen: "Richtet Saddam hin!". In Bagdad waren nach der Urteilsverkündung Freudenschüsse zu hören.
(apa/red)
Syrien-Krise18:14
Obama ein Feigling?Wegschauen oder eingreifen? US-Präsident schweigt zum Massaker von Houla
Wahl in Ägypten13:31
Heftige ProtesteDemonstranten am Tahir-Platz. Feuerangriff auf Wahlkampfzentrale von Shafik.
Platter trifft David Alaba15:21
Platter blamiert sichLandeshauptmann mit Aha-Erlebnis bei David Alaba: "Sie können ruhig Deutsch mit mir reden"
