Urnengang in Tadschikistan: Klarer Favorit Rachmonow hat Präsidenten-Wahl gewonnen
- Offizielles Endergebnis: Wahlerfolg mit 79,3 Prozent
- Falsches Spiel: OSZE kritisiert Wahl als unregelmäßig
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat die Präsidentenwahl in Tadschikistan als unfair kritisiert. Das Fehlen eines ernst zu nehmenden Wahlkampfes und alternativer Kandidaten habe den Urnengang untergraben, sagte am Dienstag der Koordinator der OSZE-Beobachtermission in Tadschikistan, Kimmo Kiljunen. Zudem sei die Abstimmung von massiven Unregelmäßigkeiten begleitet worden.
Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hat die Präsidentenwahl in Tadschikistan als unfair kritisiert. Das Fehlen eines ernst zu nehmenden Wahlkampfes und alternativer Kandidaten habe den Urnengang untergraben, sagte am Dienstag der Koordinator der OSZE-Beobachtermission in Tadschikistan, Kimmo Kiljunen. Zudem sei die Abstimmung von massiven Unregelmäßigkeiten begleitet worden.
Der tadschikische Präsident Imomali Rachmonow erhielt offiziellen Angaben zufolge 79,3 Prozent der Stimmen. Die Opposition hatte die Wahlen boykottiert und bezeichnete sie als "offensichtlich illegal". Bisher ist noch keine Abstimmung in dem zentralasiatischen Land mit sieben Millionen Einwohnern von westlichen Beobachtern als frei und fair bezeichnet worden.
Rachmonow ist seit 1992 an der Macht; dank einer Verfassungsänderung kann er theoretisch noch bis 2020 regieren.
Rachmonow selbst hatte Kritikern aus dem Westen erwidert, sein Land sei noch nicht bereit für demokratische Standards wie im Westen. Mehr als 99 Prozent des tadschikischen Volkes seien Muslime. Dies sei eine völlig andere Kultur, sagte der 54-Jährige. Bisher ist noch keine Wahl in dem zentralasiatischen Land mit sieben Millionen Einwohnern von Beobachtern des Westens als frei und fair bezeichnet worden.
Keiner der kaum bekannten vier Gegenkandidaten, die offenbar nur pro forma aufgestellt wurden, erhielt mehr als sieben Prozent der Stimmen, wie der Leiter der Wahlkommission, Boltoiu Merzoali, am Dienstag mitteilte.
Die drei größten Oppositionsparteien lehnten es ab, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Mehrere mögliche Gegenkandidaten wurden zudem vor Beginn des Wahlkampfs inhaftiert, und die Medien wurden eingeschüchtert. Die OSZE kritisierte vor der Wahl den Mangel an einer echten politischen Alternative.
Tadschikistan hat eine lange gemeinsame Grenze mit Afghanistan und ist daher für den Westen von strategisch großer Bedeutung. Der Präsident ist zudem ein enger Verbündeter von US-Präsident George W. Bush.
Bei einem Bürgerkrieg in den 1990er Jahren kamen in Tadschikistan mehr als 100.000 Menschen ums Leben. Damals kämpfte Rachmonows Regierung gegen eine Allianz von Islamisten und Liberalen.
(apa/red)
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