Donnerstag, 2. November 2006

Dick und teuer: Fettleibigkeit kostet Europa laut WHO-Studei jedes Jahr Milliarden Euro

  • Bis zu sechs Prozent der direkten Gesundheitskosten
  • Auch Arbeitsleistung stark eingeschränkt

Die Wohlstandskrankheit Fettleibigkeit kostet Europa jedes Jahr knapp ein Prozent seiner Wirtschaftsleistung, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen mit. Fettsucht mache inzwischen bis zu sechs Prozent der direkten Gesundheitskosten aus.

Hinzu kämen indirekte Kosten in etwa doppelter Höhe. Dazu gehörten etwa die verminderte Leistungsfähigkeit oder den frühere Tod übergewichtiger Menschen.

Allein Spanien koste die Fettleibigkeit jedes Jahr geschätzte 2,5 Milliarden Euro. In Schweden würden die direkten Kosten des Leidens auf umgerechnet rund 35 Euro pro Einwohner geschätzt. Die indirekten Kosten beliefen sich auf etwa 123 Euro pro Kopf. Eine belgische Studie beziffere die finanzielle Belastung auf 54 Euro pro Kopf.

Mit steigender Zahl zu dicker Menschen stiegen auch die Ausgaben dramatisch, berichteten die Gesundheitsexperten. So hätten sie in Großbritannien noch 1998 bei umgerechnet rund 14 Euro pro Kopf gelegen. Vier Jahre später waren die Kosten auf 19 bis 24 Euro pro Einwohner gestiegen.

Fettleibigkeit ist eine der größten Herausforderungen für das öffentliche Gesundheitswesen, mahnt die WHO. Zwar hätten viele Länder dies erkannt und Gegenkampagnen gestartet. Jedoch habe kein Land effektiv auf die Gefahr reagiert. Vom 15. bis 17. November veranstaltet die WHO in der Türkei eine Konferenz zu diesem Thema. (apa/red)

2.11.2006 19:22