Grausiger Fund in Paris: Hunderte Föten und Totgeborene in Spital aufgetaucht
- Zeitungsbericht von Krankenhausverwaltung bestätigt
- Spital hob sterbliche Überreste zur Forschung auf
Insgesamt 331 Föten und totgeborene Kinder sind im Pariser Krankenhaus Saint-Antoine zum Zweck der Obduktionen und medizinischen Forschung Jahre lang aufbewahrt worden. Diese Information, die in der nächsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "L'Express" veröffentlicht wird, wurde von der Pariser Krankenhausverwaltung bestätigt. Voriges Jahr waren bereits im Pariser Spital Saint-Vincent-de-Paul 353 Föten aufgefunden worden, die ohne jegliche rechtlicher Ermächtigung und ohne Benachrichtigung der Eltern aufbewahrt worden waren.
Infolge der ersten Entdeckung waren in zahlreichen Spitälern in Paris, Lyon und Marseille auf Anordnung der Generalinspektion für soziale Angelegenheiten (IGAS) Kontrollen durchgeführt worden. In einem abschließenden Bericht wurde betont, dass bei den Kontrollen keinerlei Verstöße in diesem Sinne vorgefunden worden seien. "L'Express" gelangte allerdings in den Besitz eines 90 Seiten starken Geheimberichts über das Krankenhaus Sant-Antoine, in dem von den 331 Leichen die Rede war, die in Formalin aufbewahrt wurden.
Die Pariser Spitalsverwaltung wies allerdings darauf hin, dass diese zweite Affäre nichts mit jener von Saint-Vincent-de-Paul zu tun habe, zumal die Familienangehörigen informiert worden seien und selbst die Zustimmung zu den Autopsien gegeben hätten. Nach den Obduktionen seien alle Föten und Kleinkinder verbrannt worden. Das betreffende Spital ist auf Uterusmissbildungen spezialisiert, die zu Fehlgeburten führen, und erhält aus der ganzen Pariser Region Fetusse.
In Frankreich hat ein Fötus keinen Rechtsstatus. Nach den geltenden Bestimmungen muss ein tot geborenes Kind, das nicht innerhalb von zehn Tagen von seinen Eltern bestattet wird, auf Kosten des Krankenhauses eingeäschert werden. (apa)
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