Unruhen in Frankreich: Festnahmen nach Brandanschlag auf einen Bus in Marseille
- Präsident Chirac: Gewalt nicht hinnehmbar
·Jugend-Randale in Frankreich halten an
Straßenbahn in Grenoble angegriffen. Ein Verletzter
·Brandanschlag auf Busse in Pariser Vorort
Villepin fordert die harte Bestrafung der Täter
Die französische Polizei hat im Zusammenhang mit einem Brandangriff auf einen Bus in Marseille fünf Personen festgenommen. Vorwiegend Jugendliche hatten den Bus mit Brandsätzen angegriffen und eine 26-jährige Frau dabei lebensgefährlich verletzt. Sie erlitt Verbrennungen an 70 Prozent des Körpers und wird von den Ärzten in einem künstlichen Koma gehalten. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte danach härtere Strafen für derartige Übergriffe angekündigt.
In den vergangenen Wochen wurden rund ein halbes Dutzend Busse von Randalierern in Brand gesetzt. In anderen Fällen wurden die Fahrzeuge aber zuvor evakuiert. Die Angriffe stehen vermutlich im Zusammenhang mit dem Jahrestag der schweren Vorstadtunruhen in Frankreich. Auslöser der Krawalle vor einem Jahr war der Tod von zwei Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois, die auf der Flucht vor der Polizei einen tödlichen Stromschlag erlitten. Die anschließenden wochenlangen Unruhen griffen auch auf andere französische Großstädte über.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie wurden demnach "auf Basis von Zeugenaussagen" in den frühen Morgenstunden bei Durchsuchungen in den Wohnsiedlungen Cité des Lilas und Cité des Oliviers in Polizeigewahrsam genommen.
Während der Razzia blieb es in den Vierteln ruhig, wie eine AFP-Korrespondentin berichtete. Die Zeitung "Le Parisien" meldete, die Urheber des Anschlags seien in dem Bus von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Laut Staatsanwaltschaft ist der Großteil der Festgenommenen der Polizei durch Diebstahl- oder Einbruchdelikte bekannt. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte am Montag eine baldige Festnahme der Täter angekündigt und "exemplarische Strafen" für sie verlangt.
Am Freitag hatte sich der Tod von zwei Jugendlichen in der Pariser Vorstadt Clichy-sous-Bois gejährt, die auf der Flucht vor der Polizei in einem Stromtransformator umgekommen waren. Der Vorfall hatte im Herbst 2005 landesweite Krawalle in Frankreich ausgelöst. Zum Jahrestag hatte die Polizei ihre Präsenz massiv verstärkt, um neue Unruhen zu verhindern. Im Großraum Lyon wurden erneut rund 30 Fahrzeuge in Brand gesteckt. Die Feuerwehr sprach aber von "einer eher ruhigen Nacht".
(apa/red)
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