Dienstag, 31. Oktober 2006

Mann bedrohte in St. Pölten Frau mit einem Messer: Polizist stoppte Täter durch Schüsse

  • Psychisch Kranker feuerte zuvor mit Flinte auf Pkw
  • Schon Stunden vorher hat Täter um sich geschossen

Ein vermutlich psychisch kranker Mann (41) hat in St. Pölten eine Frau mit dem Umbringen bedroht. Dabei wurde ihr ein Messer an die Kehle gehalten, teilte Hofrat Johann Götz von der Bundespolizeidirektion St. Pölten mit. Das Opfer und der mutmaßliche Täter standen in keinem Naheverhältnis, berichtete Götz. Bereits zuvor hatte der Täter mit einer Schrotflinte Gummigeschosse an einer Kreuzung wahllos um sich gefeuert.

Als die Exekutivbeamten am Tatort eintrafen, ließ der Mann von seinem Opfer ab und ging mit dem Messer auf einen Polizisten los. Durch drei gezielte Schüsse ins Bein wurde der 41-Jährige aufgehalten und danach festgenommen.

Ersten Erkenntnissen zufolge habe der Mann, der laut Polizei in psychiatrischer Behandlung ist, etwa sieben bis zehn Mal wahllos gefeuert. Dabei wurde zumindest ein Lkw getroffen. Die Projektile seien jedoch nicht stark genug gewesen, um die Windschutzscheibe zu durchdringen. Auf wie viele Fahrzeuge der Mann genau geschossen hatte, war nicht bekannt. Verletzt wurde dadurch niemand.

Passanten, die auf den Verdächtigen aufmerksam geworden waren, alarmierten die Einsatzkräfte. Während sich die Polizisten auf den Weg machten, dürfte es zu einer Auseinandersetzung mit jener Frau gekommen sein, die kurz danach von dem 41-Jährigen bedroht wurde. Die 40-Jährige, deren Pkw auch von einem Geschoss getroffen worden sein dürfte, vernahm an ihrem Auto ein "seltsames Geräusch".

Sie habe zunächst an einen Halloween-Scherz gedacht und sei deshalb aus dem Fahrzeug ausgestiegen, um mit dem Mann zu sprechen, gab sie laut Götz bei der Einvernahme an. In Folge hielt ihr der 41-Jährige ein Messer an die Kehle und bedrohte sie wörtlich mit dem Umbringen. "Die zwölfjährige Tochter der Frau musste die Geschehnisse im Wagen mitansehen", schilderte Götz die Ereignisse. Die Frau erlitt bei der Attacke des Mannes leichte Verletzungen im Bereich des Halses sowie an der Hand, wurde nach der Befragung bekannt.

Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und ins Krankenhaus der Justizanstalt Krems gebracht. Wie Götz der APA mitteilte, wurde der Verdächtige "vom Amtsarzt für deliktfähig befunden." Laut dem Kriminalisten habe der Mann schon vorher mit der Schrotflinte in einer Wohnhausanlage geschossen. Dabei sei aber nichts passiert. Erst später sei die Situation eskaliert. (apa/red)

31.10.2006 21:15