Freitag, 27. Oktober 2006

Sicherheitskontrollen auch auf EU-Flügen:
Ab 6. 11. gelten die strengen Bestimmungen

  • An Bord nur geringe Mengen an Flüssigkeiten erlaubt
  • Innenministerium rechnet mit großen Verzögerungen

Die strengen Sicherheitskontrollen, die bis jetzt nur für Reisende in die USA galten, sind ab dem 6. November auch für Reisende in ganz Europa Wirklichkeit. Die Mitnahme von Flüssigkeiten in das Flugzeug wird beschränkt, ebenso wie die erlaubte Handgepäckgröße. Ein Innenministeriumsexperte rechnet im Gespräch mit der APA mit erheblichen Verzögerungen und rät den Passagieren, alle Maßnahmen bereits zu Hause vorzubereiten.

Auf allen Flügen, die von Flughäfen im EU-Raum sowie Island, Norwegen und der Schweiz abheben - unabhängig von deren Bestimmungsort - wird die Mitnahme von Flüssigkeiten pro Passagier stark limitiert.

Dabei handelt es sich um Flüssigkeiten wie Getränke und Parfüm, aber auch zum Beispiel Zahnpasta, Rasiergel oder Kontaktlinsenmittel. Sie dürfen die Maximalgrenze von 100 ml pro Flasche nicht überschreiten und müssen zusammen in einem ein Liter großen, durchsichtigen Plastiksackerl Platz haben. Dieses muss verschlossen und separat durch die Sicherheitskontrollen gebracht werden.

Die Ausnahmen
Ausnahmen gibt es laut Peter Bencza, im Innenministerium zuständig für das Flugsicherheitswesen, für Medikamente, die während des Fluges benötigt werden, ebenso für Babynahrung und Diätnahrung. Für Arzneimittel und Diätprodukte müssen Passagiere aber künftig eine ärztliche Bestätigung oder ein Rezept auf ihren Namen mitführen. Wein oder Parfüms, die in den Shops am Flughafen gekauft wurden, sind von den Bestimmungen ausgenommen, sie werden aber in spezielle Säcke eingepackt und versiegelt.

Bereits zu Hause vorbereiten
Um die Verzögerungen so kurz als möglich zu halten, legt Bencza allen Passagieren nahe, bereits zu Hause alle Vorbereitungen zu treffen. "Man glaubt es zwar nicht, aber so ein Ein-Liter-Sack ist wirklich winzig, mehr als drei, vier Dinge haben nicht Platz".

Außerdem wolle man große Umpackaktionen und damit verbundenes Chaos vermeiden: "Es gibt zwar Notsackerl und Umpacktische am Flughafen, diese sind aber nur für die erste Phase gedacht." Der Experte rechnet mit Verzögerungen durch die verstärkten Kontrollen und rät, sich "deutlich früher" als zuvor auf den Weg zum Flughafen zu machen.

Das Handgepäck
Neben der Mitnahme von Flüssigkeiten wird auch die zulässige Handgepäckgröße auf 56 x 45 x 25 cm beschränkt. "Dafür gibt es aber eine Übergangsfrist von sechs Monaten", beruhigte Bencza.

In der Richtlinie enthalten sind separate Sicherheitskontrollen für Mäntel und Jacken sowie Laptops und größere elektronische Geräte. "Diese werden auf österreichischen Flughäfen de facto aber bereits seit längerer Zeit durchgeführt", so Bencza.

(apa/red)

27.10.2006 13:42