Der neue Herminator gibt Vollgas
Hermann Maier: Der Skikaiser startet in Sölden in seine 10. Weltcup-Saison. Im Interview: Warum er noch lange nicht müde ist und bei der WM in Åre angreifen wird.
Vier Stunden Kondition schinden am Vormittag daheim in Flachau, um 12 Uhr mit dem Flieger von Salzburg nach Graz zu einer Autogrammstunde. Gegen halb fünf am Nachmittag wieder rein in die Citation und ab nach Hamburg zur Eröffnung einer Skihalle der Bergbahnen Sölden. Während des knapp zweistündigen Aufenthalts im Norden Deutschlands fünf Interviews für Fernsehen, Radio und Zeitungen geben, darunter NEWS und deutscher Playboy. Rauf auf die Bühne und ein paar lockere Sprüche klopfen. Kurz nach 20 Uhr in rasanter Fahrt wieder zum Flughafen denn die Salzburger machen früh dicht für Privatflugzeuge. Immerhin steht am nächsten Tag in der Früh eine Trainingseinheit auf dem Programm.
Neuer Durchstart statt Karriereende. Es ist Freitag, der 20. Oktober, ein Tag im Leben von Ski-Superstar Hermann Maier, eine Woche vor dem Start in die neue Weltcupsaison. Vor einem Jahr hat der Herminator das Auftaktrennen auf dem Rettenbachferner oberhalb von Sölden gewonnen. Danach ist einiges schief gelaufen im Weltcup, bei den Olympischen Spielen in Turin holte der Salzburger nur eine Silber- und eine Bronzemedaille. Und beim großen Saisonfinale in Åre schnappt ein Norweger dem Mister Super-G auch noch die kleine Kristallkugel weg.
Viel wurde spekuliert, ob der Doppelolympiasieger von 1998, dreimalige Weltmeister und vierfache Gesamtweltcup-Gewinner nach insgesamt 53 Weltcupsiegen mit 33 Jahren die Rennlatten für immer in den Keller stellt. Das Gegenteil ist der Fall. In Sölden feiert Hermann Maier nun ein rundes Jubiläum: Vor zehn Jahren ist er in seine allererste Weltcupsaison gestartet.
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