NEWS-Interview: Erwin Pröll nimmt unter Beschuss geratenen ÖVP-Chef Schüssel in Schutz
- "Erst Regierung, dann überlegt ÖVP ihre Schritte"
- "Staatspolitik hat für ÖVP Vorrang vor Parteipolitik"
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"Schüssel muss gehen"
Während die parteiinterne Kritik am ÖVP-Kurs und an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel - ausgelöst durch Ex-Generalsekretär Michael Graff in einem NEWS-Interview in der Vorwoche ("Wolfgang, es hat sich ausgetrickst") - nun täglich an Schärfe zunimmt, wird Schüssel von seinen Landesfürsten noch die Mauer gemacht. Vor allem Niederösterreichs LH Erwin Pröll bietet Schüssel einen starken Hitzeschild: "Es würde viele freuen, gäbe es nach diesem Wahlergebnis eine Führungsdebatte. Gott sei Dank ist das nicht der Fall. Jetzt ist einmal der Beitrag von der ÖVP zu leisten, damit es - wie auch immer - in der Republik weiter geht. Staatspolitik hat Vorrang vor Parteipolitik", sagt Erwin Pröll in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS.
Allerdings, wenn die Republik geordnet sein wird, dann besteht offenbar auch für Erwin Pröll in der ÖVP Handlungs- und Neuordnungsbedarf: "Jetzt wird einmal die staatspolitische Verantwortung wahrgenommen. Dann erst ist der Zeitpunkt da, um durchzuatmen, um cool, vernünftig und ruhig die nächsten Schritte zu überlegen." Dass er derzeit Hitzeschild für Wolfgang Schüssel spielt, begründet Pröll im NEWS-Interview so: "In solchen Situationen ist kühler Kopf notwendig, nicht kopfloses Herumirren. Das einfachste, aber kurzsichtigste wäre am Abend des Wahltages gewesen zu sagen - Köpfe weg. Nur: Kopflos kann man zwar nach vorne stürmen, allerdings ohne Ziel."
Erwin Pröll, er ist ÖVP-Hauptverhandler mit der SPÖ, zeigt sich überdies noch eher skeptisch, was das Gelingen einer Grossen Koalition anlangt ("Michael Häupl ist ja vernünftig, aber...") und lobt in NEWS auffallend deutlich Karl-Heinz Grasser, der künftig auch in der ÖVP für vieles gut sei: "Solche Talente sollte man nicht irgendwo verdorren lassen."
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