Freitag, 27. Oktober 2006

Soul-Musik einmal ganz anders: Naturally 7 kommen vollkommen ohne Instrumente aus

  • "Ready II Fly": Alles wird mit dem Mund imitiert

Der spannendste Aspekt an Naturally 7: Roger, Rod, Garfield, Jamal, Andrew, Warren und Dwight von Naturally 7 verwenden keine Instrumente. Alle auf dem Album "Ready II Fly" zu hörenden Melodien - egal ob Bass, Schlagzeug oder Keyboard - wurden mit dem Mund imitiert. So kann es durchaus vorkommen, dass sich bei auf Konzerten bei nicht so gut informierten Fans Verwunderung breit macht.

Egal ob stampfende Beats, harte Gitarrenriffs oder harmonische Keyboardflächen - das New Yorker Vocal-Septett "Naturally 7" bringt einen ganzen Instrumentenfuhrpark nur durch Einsatz der eigenen Stimme zum Klingen. "Das ist harte Arbeit, aber wir wollen den Leuten etwas Einzigartiges bieten", betonten die Bandmitglieder Warren Thomas und Rod Eldridge.

"Du musst den Klang jedes Instruments in seine Einzelteile zerlegen und ihn danach mit deiner Stimme wieder zusammensetzen", beschrieben die beiden Musiker den schwierigsten Prozess ihrer Arbeit. Das musikalische Schaffen der "Band ohne Band" changiert seit jeher zwischen R&B, Soul, Gospel und HipHop. Schon 1999 gab die Formation ihre ersten Konzerte in den USA. Ihr jazziges Debüt "Non-Fiction" erschien ein Jahr später. Mit ihrer zweiten, pop-lastigen Scheibe "What Is It?" (2003) und dem Number-One-Hit "Music Is The Key", einer Zusammenarbeit mit Sarah Connor, schafften die sieben Vokal-Akrobaten auch in Europa und Japan den Durchbruch.

Für die Fertigstellung ihres dritten Albums "Ready II Fly" haben sich "Naturally 7" viel Zeit genommen. Ganze fünf Monate hat es gedauert, die 18 neuen Songs im eigenen Home-Studio einzuspielen. "Wir sind sehr stolz auf das Ergebnis. Die Stücke sind tanzbarer, die Sounds vielfältiger und präziser geworden", freute sich Eldridge, "Aber wir sind noch lange nicht perfekt". Gibt es eigentlich irgendein Instrument, das sie noch nicht imitieren können? "Saxophon. Aber vielleicht schaffen wir's bis zum nächsten Album."

Die erste Single-Auskoppelung "What I'm Lookin' 4", eine religiöse Umdeutung von Phil Collins' Klassiker "In The Air Tonight", ist bereits seit Wochen auf dem Markt. Besonderes Augenmerk haben die New Yorker diesmal auf die Texte gelegt: "Wir wollten Lyrics schreiben, die tiefgründiger und inspirierter sind als diese 'Let's make love, baby'-Dinger. Unserer Meinung nach hat die Popmusik viel an Substanz verloren. Dem wollten wir etwas entgegensetzen", so Warren und Rod.

Neben Liebe ist vor allem der Glaube ein großes Thema im Schaffen des Septetts. "Das liegt an unseren Wurzeln. Gott hat unser Leben von Anfang an begleitet. Schließlich haben wir früher alle in Gospel-Chören gesungen." (apa/red)

27.10.2006 16:29
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