Größtes Artensterben seit Dinosauriern: Umweltzerstörung nimmt dramatisch zu
- WWF warnt: Schon 2050 nicht mehr genug Nahrung?
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Die Artenvielfalt der Erde sinkt dramatisch, während der Mensch deutlich über seine Verhältnisse lebt. Die Umweltstiftung WWF warnt in ihrem aktuellen Zustandsbericht für den Planeten Erde vor einer beispiellosen Umweltzerstörung. Die Welt erlebe zurzeit "das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier", heißt es im "Living Planet Report 2006".
"Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher, werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken", kritisiert der World Wide Fund for Nature (WWF). Forscher hatten für den WWF-Bericht die Bestandsdaten von mehr als 1300 Tierarten analysiert. Die Zahl der Wildtierarten in dieser Analyse sank von 1970 bis 2003 um 30 Prozent. Besonders gravierend fiel der Rückgang mit minus 55 Prozent in den Tropen aus, wo die tier- und pflanzenreichen Wälder zu Gunsten von Acker- und Weideflächen abgeholzt werden.
Die am stärksten gefährdeten Ökosysteme seien derzeit aber Flüsse und Seen. Diese Süßwasserlebensräume würden durch Verschmutzung und Dammbau zerstört. In Europa sind Lachse und Störe die prominentesten Opfer dieser Entwicklung, heißt es. In den Tropen seien unter anderem die stark bedrohten Flussdelfine betroffen. "Staudämme verwandeln Flüsse in Seen, die Delfine können nicht mehr wandern - daran können sich die Tiere nicht anpassen."
Während immer mehr Lebensräume für Wildtiere verloren gingen, steige der so genannte ökologische Fußabdruck des Menschen ungebremst weiter. Dieser Index misst den Verbrauch der natürlichen Ressourcen in Form von fossilen Brennstoffen, Wohnfläche oder Ackerland. Rein rechnerisch steht der Studie zufolge jedem Erdenbürger eine Fläche von 1,8 Hektar zur Verfügung, um seinen Bedarf zu decken. Tatsächlich verbrauche jedoch jeder Mensch 2,23 Hektar. Damit werde die Biokapazität der Erde bereits um knapp ein Viertel überschritten - im Jahr 2004 war es erst ein Fünftel. (APA)
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