Donnerstag, 26. Oktober 2006

28. 11. neuer Stichtag in Causa BAWAG: Gericht entscheidet über Elsner-Auslieferung

  • Richterspruch zu Berufung des Ex-Bankers erwartet
  • Staatsanwaltschaft hat Anklagen bereits zugestellt

Das Warten auf eine endgültige Entscheidung über eine Auslieferung des früheren BAWAG-Generaldirektors Helmut Elsner von Frankreich nach Österreich geht weiter. Neuer Stichtag ist der 28. November. An diesem Tag wird ein Gericht in Paris über die Berufung Elsners gegen seine Auslieferung entscheiden, berichtet das ORF-Radio.

Elsner befindet sich noch in Südfrankreich, wo er verhaftet wurde, sich aber bisher seiner Auslieferung unter Hinweis auf seine angeblich schwere Erkrankung widersetzt hat. Das französische Gericht hat dem nicht Glauben geschenkt.

Die Staatsanwaltschaft in Wien hat die Anklagen im Fall BAWAG dem zuständigen Gericht bereits zugestellt. Damit kommt das Verfahren gegen die Verantwortlichen für die Milliardenverluste der Bank bei Karibik-Spekulationen in eine konkrete Phase. Die Anklage lautet auf Untreue, schweren Betrug und Bilanzfälschung. Diese Delikte sind bei Verurteilung mit einer Haftstrafe von bis zu zehn Jahren bedroht.

Die Beschuldigten haben jetzt vierzehn Tage Zeit, um ihre Einsprüche vorzubringen. Angeklagt sind insgesamt neun Personen, darunter die früheren BAWAG-Chefs Helmut Elsner und Johann Zwettler, der frühere BAWAG-Aufsichtsratspräsident und ÖGB-Finanzchef Günter Weninger, der Investmentbanker Wolfgang Flöttl sowie fünf weitere Personen. Ob auch der ehemalige ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch vor Gericht muss, ist noch offen. (apa/red)

26.10.2006 15:18