Warnstreik bei Siemens Österreich: Protest gegen geplante Mitarbeiter-Auslagerungen
- Am 8. November will Belegschaft Arbeit niederlegen
- Vorstand überrascht von angekündigtem Warnstreik
Am 8. November wird bei Siemens in Österreich gestreikt. Rund 250 Mitarbeiter der Software- Schmiede PSE werden an diesem Tag die Arbeit niederlegen. Der Protest richtet sich gegen Pläne, diese Mitarbeiter aus dem Konzern auszugliedern.
Die Mitarbeiter sollen in die Tochtergesellschaft Siemens Enterprises Communications eingegliedert werden. Der PSE- Betriebsrat will der Ausgliederung nur zustimmen, wenn es eine vertragliche Absicherung gibt. "Wir fordern ein Rückkehrrecht für die Mitarbeiter, falls die neue Firma in Konkurs geht oder die Produktion in ein Billiglohnland verlagert wird", sagt Zentralbetriebsrat Samadani zur "Presse". Außerdem müsse vertraglich zugesagt werden, dass für die Leute die alten Betriebsvereinbarungen und Kollektivverträge weiterhin gelten.
"Wer solche Forderungen stellt, will de facto die Ausgliederung generell verhindern, hieß es dazu aus der Siemens-Chefetage zur Zeitung. Keiner wolle "das Kuschelnest Siemens Österreich" gerne verlassen. Doch die Umstrukturierungen seien von der Siemens-Zentrale in München beschlossen.
Dass der Betriebsrat den angekündigten Warnstreik nun in die Tat umsetzen wird, kommt für den Siemens-Vorstand offenbar doch überraschend. "Mich wundert, dass schon von Streik gesprochen wird", sagte Siemens-Sprecher Stockbauer. Er nannte das Vorhaben des Betriebsrats "unverantwortlich". Denn die PSE, bei der in Österreich etwa 2.800 Leute beschäftigt sind, programmiert die Software für viele Siemens-Produkte. "Ein Streik würde großen wirtschaftlichen Schaden für den Konzern bedeuten", sagte Stockbauer. (apa/red)
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