Freitag, 27. Oktober 2006

Österreich arbeitet zu billig: Fast die Hälfte bekommt Überstunden nicht voll abgegolten

  • AK: Mit 6,9 Mio. Überstunden/Woche top in Europa
  • Zu viel Arbeit kann Gesundheitsprobleme auslösen

Kritik an der derzeitigen Überstundenpraxis hat die Arbeiterkammer geübt. Demnach leisten die Österreicher pro Woche 6,9 Mio. Überstunden, aber nur 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen bekommen sie zur Gänze abgegolten. Mit ihren Überstunden sind die Österreicher europaweiter Spitzenreiter, hieß es seitens der AK.

Laut Arbeiterkammer entspricht die Anzahl der Überstunden in Ösetrreich rein rechnerisch "einem Arbeitskräftepotenzial von mehr als 170.000 Vollzeitbeschäftigten". Schon seit Jahren wird aber rund ein Fünftel aller geleisteten Überstunden weder finanziell noch durch Zeitausgleich abgegolten, lautet die Kritik.

Die hohe Überstundenzahl führe bei vielen Beschäftigten zu gesundheitlichen Problemen und trage darüber hinaus zur hohen Arbeitslosigkeit bei.

Die AK verlangt deshalb eine generelle Reduktion der Überstundenarbeit und neue gesetzliche Regelungen für so genannte All-inclusive-Verträge. Außerdem trete man dafür ein, dass auch Teilzeitbeschäftigte Überstundenzuschläge bekommen, "weil sonst bloß Stunden umgeschichtet werden".

(apa/red)

27.10.2006 14:01