Fulminanter Start für ICBC: Weltgrößter Börsengang schafft einen Bank-Giganten
- Größte Bank Chinas holt sich 22 Mrd. Euro an Kapital
- Aktie 78-fach überzeichnet und 18 Prozent im Plus

Der weltgrößte Börsengang ist geglückt: Die Aktie der chinesischen Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) legte bei ihrem Debüt in Hongkong um 14,6 Prozent auf 3,52 Hongkong Dollar zu. Der Kurs lag damit am oberen Rand der Analystenprognosen. Das Gesamtvolumen des Börsengangs wird auf 21,9 Mrd. US-Dollar geschätzt und übertrifft damit den bisherigen Spitzenreiter, die japanische Mobiltelefonfirma NTT DoCoMo, die es 1998 auf 18,4 Mrd. Dollar brachte.
Die ICBC ist die größte Bank Chinas. Der Analyst Francis Lun von Fulbright Securities in Hongkong erklärte, die Investoren kauften mit den ICBC-Aktien einen Teil der chinesischen Erfolgsgeschichte mit jährlichen Wirtschaftswachstumsraten von rund zehn Prozent. Es gebe gute Aussichten, dass die Bank vom Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft profitieren könne. Allerdings bestehe bei chinesischen Banken auch immer das Risiko fauler Kredite und schlechter Unternehmensführung. Die ICBC hatte im vergangenen Jahr von der Regierung eine Finanzspritze von 15 Mrd. Dollar zur Bereinigung ihrer Bilanzen erhalten.
In den vergangenen Monaten sind drei der vier größten Banken Chinas an die Börse gegangen. Nicht jeder Börsengang verlief erfolgreich. So waren die Aktien der Bank of China, der Nummer zwei in der Volksrepublik, beim Börsengang im Juli um 23 Prozent in die Höhe geschnellt. Seitdem zeigt die Kurve aber nach unten.
(apa/red)
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