Europa zieht Bilanz: Budgetdefizite in der
EU 2005 verringert, Schuldenstand erhöht
- Defizit in der Eurozone im Schnitt bei 2,4 Prozent
- Neun Länder liegen derzeit über der 3 %-Grenze
Das öffentliche Defizit hat sich im Jahr 2005 in der gesamten EU und in der Eurozone im Vergleich mit 2004 verringert, während sich der Schuldenstand erhöht hat. Im Schnitt hat sich in der Eurozone das öffentliche Defizit von 2,8 Prozent des BIP (2004) auf 2,4 Prozent (2005) deutlich verringert, in der gesamten EU ist es von 2,7 Prozent auf 2,3 Prozent ebenso markant zurückgegangen.
In absoluten Zahlen sind die Defizite der Euroländer von 216,2 auf 194,3 Mrd. Euro gesunken, in der gesamten EU von knapp 280 Mrd. Euro auf 252,4 Mrd. Euro. Für Österreich weist Eurostat die selben Defizitzahlen aus wie bereits im April erwartet. Das Budgetdefizit lag bei 1,5 Prozent des BIP. Österreich ist unter den neun Mitgliedstaaten, die 2005 eine Verschuldungsquote von mehr als 60 Prozent (in Österreich: 63,4 Prozent) des BIP aufgewiesen haben. Der Schuldenstand in Österreich betrug in absoluten Zahlen 155,3 Mrd. Euro, das Defizit 3,71 Mrd. Euro.
Der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP hat sich von 2004 auf 2005 in der Eurozone von 69,8 Prozent auf 70,8 Prozent, in der EU25 von 62,4 Prozent auf 63,2 Prozent erhöht. Insgesamt betrug der Schuldenstand aller EU-Staaten 6.876 Mrd. Euro.
Insgesamt neun Mitgliedstaaten haben ein öffentliches Defizit von mehr als 3 Prozent eingefahren, darunter zum vierten Mal in Folge Deutschland (3,2 Prozent). Die höchsten öffentlichen Defizite - gemessen in Prozent des BIP - wiesen 2005 Ungarn (6,5 Prozent), Portugal (6 Prozent), Griechenland (5,2 Prozent) und Italien (4,1 Prozent) auf.
Eurostat hat zwar die Vorbehalte gegen die griechischen Zahlenangaben zurückgezogen, konstatiert bei Griechenland aber immer noch erhebliche statistische Unsicherheiten. Die Revision des griechischen BIP war derart umfangreich, dass die Überprüfung der neuen Zahlen durch Eurostat noch nicht abgeschlossen ist. Die Statistikbehörde kündigt eine vollständige Überprüfung an.
Öffentliche Überschüsse erzielten sieben Mitgliedstaaten, die höchsten davon Dänemark (4,9 Prozent), Schweden (3 Prozent) und Finnland (2,7 Prozent). Ebenfalls mit einem Überschuss stiegen Estland (2,3 Prozent), Spanien (1,1 Prozent), Irland (1,1 Prozent) und Lettland (0,1 Prozent) aus. Fünfzehn Mitgliedstaaten haben eine Verbesserung des Finanzierungssaldos erzielt, in neun kam es zu einer Verschlechterung und in einem blieb die Situation unverändert.
(apa/red)
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