Mittwoch, 25. Oktober 2006

"Sehr intelligenter und ehrlicher Mensch": Prohaska begrüßt die Parits-Bestellung!

  • Austria-Ikone wünscht auch Zellhofer alles Gute
  • "Schneckerl" richtet Kritik und Appell an die Spieler

Herbert Prohaska, der als Aktiver und Trainer mit den Violetten Meister war, begrüßte in einem Interview mit dem ORF-Radio Oberösterreich grundsätzlich - und unabhängig von der Schwierigkeit der Aufgabe - die Bestellung von Thomas Parits zum neuen Generalmanager des im hartnäckigen Fußballtief steckenden Bundesliga-Tabellenletzten Austria Magna. "Er ist ein sehr intelligenter und ehrlicher Mensch", sagte Prohaska über den Burgenländer.

Und "Schneckerl", Österreichs "Fußballer des Jahrhunderts", muss es wissen. Der Wiener zählt den 60-Jährigen zu einen seiner sehr guten Freunde, mit dem er früher einige Jahre gemeinsam gespielt (u.a. im Europacup-Finale 1978 in Paris) hat und der einst auch sein Trainer war. "Er wird alles daran setzen, dass es bei der Austria wieder aufwärts geht", ist sich Prohaska sicher.

Aber auch für ihn stellt sich jetzt die Frage, ob man den Neuen arbeiten lässt oder nicht. "Parits ist von Frank Stronach bestimmt worden, ohne dass Präsident und Vizepräsident etwas wussten. Und das lässt darauf schließen, dass es in der Tonart der vergangenen Jahre mit ständigen Trainer- und Manager-Wechseln weitergehen könnte", sagte der frühere ÖFB-Teamchef im Interview mit ORF-Radio Oberösterreich.

"Jeder Sponsor ist willkommen"
Dass der Austro-Kanadier über den Ende Juni 2007 auslaufenden Betriebsführungsvertrag hinaus seine vielen Euro am Verteilerkreis weiter verteilen wird, hält Prohaska für gut. "Jeder, der als Sponsor der Austria Geld gibt, ist herzlich willkommen", meinte der 51-Jährige zur APA, für den die erfolgte Bestellung Georg Zellhofers zum Austria-Trainer ebenso überraschend kam wie die Rückkehr von Parits.

Und zwar deshalb, weil Zellhofers Rapid-Engagement noch nicht sehr lange (etwas mehr als acht Wochen) her ist. "Und ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass er eine etwas längere Pause machen wird. Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass ich beiden sehr viel Glück wünsche. Auch im Sinne der Austria, da mir dieser Verein nach wie vor sehr am Herzen liegt", meinte Prohaska gegenüber ORF-Radio OÖ.

Der Start für den 46-jährigen Trainer wird nicht einfach sein. "Ich weiß nicht wie die Rapid-Anhänger reagieren werden, und auch die Reaktion der Austria-Fans muss man erst abwarten. Das Entscheidende wird sein, dass die Austria von unten wegkommt, denn das ist das Allerwichtigste", so Prohaska. Alle Zukunftspläne, die die Austria nun vorhabe, würden nur dann funktionieren, wenn die Austria ein Team in der T-Mobile-Liga habe.

Prohaska fürchtet Abstieg
Die Ikone sieht nämlich erstmals in der Geschichte eine "wirklich große Gefahr", dass die Veilchen nicht mehr in der obersten Klasse spielen könnten. "Ohne die eine oder andere Verstärkung wird es eine ganz harte Sache." In der Bundesliga gebe es im Moment keinen Verein, der klar schwächer als die Austria sei. "Und jeder, der behauptet, das sei lächerlich, erkennt den Ernst der Situation nicht", warnt er eindringlich.

"Jedenfalls wird ein neuer Trainer oder Generalmanager allein nichts verändern. Ich hoffe, dass auch die Spieler den Ernst der Lage erkennen. Sie bleiben immer die Hauptakteure." Und an die Adresse von Zellhofer: "Georg hatte in Pasching großen Erfolg. Nur dort ist es ein Riesenerfolg, wenn man unter den ersten Vier oder Fünf mitspielt. Bei Austria und Rapid sind die Ansprüche so, dass wenn man nicht Meister oder zumindest Zweiter wirst, bereits alles negativ ist. Darauf muss man sich als Trainer einfach einstellen." (apa/red)

25.10.2006 14:44