Ehrliches Geständnis: Selbst Zellhofer war von Trainer-Wahl der Austria überrascht!
- "Stronachs intensiver Auftritt hat mir imponiert"
- Primäres Ziel ist weiter die Liga, nicht der Europacup
·Parits und Zellhofer mit Verträgen bis 2008
Neo-Trainer wurden 2, 3 neue Spieler zugesichert
·Knalleffekt: Zellhofer neuer Austria-Coach!
Oberösterreicher löst
ab sofort Schinkels ab
·Nächstes Debakel für
Austria bei Salzburg
Red Bull fügte Veilchen peinliche 0:4-Schlappe zu
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Salzburg von Mattersburg
od. Pasching zu stoppen?

Wer hätte im Fußball-Lager gedacht, dass Georg Zellhofer nur zwei Monate nach seiner vorzeitigen Trennung vom damals siebentplatzierten Rekordmeister Rapid zum regierenden Titelträger und aktuellen Schlusslicht Austria Magna wechseln würde? Selbst der Betroffene war von seiner Verpflichtung ein wenig überrascht worden. "Ich hatte in keiner Weise gedacht, Austria-Trainer zu werden. Es ist alles etwas schnell gegangen", gestand der Oberösterreicher anlässlich seiner Präsentation im Horr-Stadion.
Den ersten violetten Kontakt des Fußball-Lehrers, der im Jänner 2006 in Hütteldorf die Nachfolge von Josef Hickersberger angetreten hatte, gab es erst nach der Austria-Schlappe gegen Salzburg. "Es hat ein langes Gespräch mit Frank Stronach und Thomas Parits gegeben. Dabei hat mir der intensive Auftritt von Stronach imponiert, der Mann hat noch Visionen und Ziele", sagte Zellhofer. Und da der Boss eine schnelle Entscheidung wollte, habe er die "reizvollen Aufgabe und Riesenherausforderung" spontan angenommen.
"Im Leben gibt es nichts einfaches"
Dazu kam die Einsicht der Austria-Verantwortlichen, die Mannschaft gezielt zu verstärken. "Mit der Akademie, der Red-Zac-Elf und der Kampfmannschaft ist eine sehr gute Basis vorhanden. Aber der Wunschgedanke, junge Spieler in die Kampfmannschaft zu integrieren, ist mit dem Anforderungsprofil des Klubs nicht so leicht zu verwirklichen. Es ist auch nicht leicht für Junge, in der erzeitigen Situation ihre Leistung abzuberufen", meinte der Schinkels-Nachfolger, für den es "im Leben nichts Einfaches" gibt.
Primäres Ziel bleibt Liga
Er sprach von "keiner leichten Aufgabe", einer "ausgeglichenen Liga" und davon, dass sich mit Ausnahme von Red Bull Salzburg und vielleicht auch Superfund Pasching kein Verein sicher fühlen könne, nicht abzusteigen. "Austria war noch nie in dieser Situation. Die Doppel-Belastung mit dem UEFA-Cup ist als Tabellenletzter auch nicht einfach", erklärte Zellhofer. Primäres Ziel sei die Liga, nicht der Europacup. "Punkten und von da unten rasch wegkommen", lautete der Fahrplan für die unmittelbare Zukunft.
"Führungsspieler müssen Verantwortung übernehmen"
Der neue Feldherr fordert für das nächste Spiel gegen Wacker Tirol drei Punkte. "Wenn jemand mit einem Remis zufrieden wäre, wäre er fehl auf dem Platz. Es zählt nur der Erfolg, um dann ruhig ins Wiener Derby gehen zu können", so Zellhofer. Vor allem die Führungsspieler müssten Verantwortung übernehmen. Auf einen der Routiniers darf er allerdings nicht mehr hoffen. "Für Nastja Ceh gibt es keine Rückkehr", erklärte Parits. De slowenische Teamspieler war vor einigen Wochen vom Verein entlassen worden.
Über die Tirol-Partie hinaus blickt Zellhofer, der in jeder Position einen neuen Spieler möchte, noch nicht. "Ich setze mir für das Saisonende keine Platzierung, sondern denke nur von Spiel zu Spiel. Wir wollen siegen und Selbstvertrauen zurückgewinnen. Die Mannschaft ist so stark, um einen Gegner zu Hause unter Druck zu setzen. Das ist eine Charaktersache, wir müssen wieder Freude am Fußball bekommen", skizziert der Trainer, der natürlich weiß, dass der Austria-Anspruch ein Europacup-Startplatz ist.
Mit den kritischen Anhängern, speziell jenen auf der Westtribüne, und der Tatsache, dass er vom Erzrivalen aus dem Westen der Stadt kommt, glaubt er gut zurechtzukommen. "Ich habe mit den Rapid-Fans keine Probleme gehabt, sie waren fair. Ich hoffe auch die Austria-Fans haben Geduld und stehen hinter der Mannschaft, damit wir miteinander aus dieser Krise kommen", sagte der 46-jährige Oberösterreicher. (apa/red)
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