Dienstag, 24. Oktober 2006

Neues violettes Team präsentiert: Parits
und Zellhofer erhielten Verträge bis 2008!

  • Posten des Sportdirektors wird nicht nachbesetzt
  • Neo-Trainer wurden 2 bis 3 neue Spieler zugesichert

Am 20. Oktober ist Thomas Parits von Mäzen Frank Stronach als General Manager eingesetzt worden, nur drei Tage später ist Georg Zellhofer zum neuen Trainer bestellt worden. Jetzt traten die zwei Neuen im Wiener Horr-Stadion erstmals vor die Mannschaft und die Öffentlichkeit. Die "Retter", die den das Tabellenende zierenden Titelverteidiger aus der Krise führen sollen, sind mit bis Sommer 2008 laufenden Verträgen ausgestattet und stehen auf der Gehaltsliste von Magna.

Die Entscheidung über die Ablöse von Sportdirektor Peter Stöger und Trainer Frenkie Schinkels war schon unmittelbar nach dem 0:4-Debakel in Salzburg gegen die Roten Bullen gefallen. "In langen Gesprächen wurde für mich deutlich, dass die Chemie zwischen der Mannschaft und dem Trainer nicht mehr stimmte. Wir mussten reagieren, die Resultate haben entschieden", sagte Parits. Zuerst war von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger die Erlaubnis eingeholt worden, mit Zellhofer verhandeln zu dürfen.

"Wollten jungen österreichischen Trainer"
Danach hat Parits Stöger über die Verhandlungen mit Zellhofer informiert, ehe es zur Beurlaubung des bisherigen Betreuer-Duos und zur Einigung mit dem Oberösterreicher, der erst Ende August Rekordmeister Rapid vorzeitig verlassen hatte, kam. "Ich kenne ihn aus meiner aktiven Zeit bei VOEST Linz. Wir wollten einen jungen österreichischen Trainer haben, der erfolgshungrig ist. Georg hat das in Pasching bewiesen. Eine ausländische Lösung kam nie in Frage", erzählte der oberste Austria-Funktionär, der dem Coach zusicherte, dass er sich sein Betreuerteam selbst zusammenstellen kann.

2 bis 3 neue Spieler zugesichert
Dem Schinkels-Nachfolger wurde außerdem zugesichert, zwei, drei neue, routinierte Spieler in der Winterpause zu bekommen. Die Erkenntnis, dass Verstärkung notwendig ist, hat Parits in den zwei deutlichen Niederlagen gegen Zulte Waregem (1:4) und in Salzburg (0:4) gewonnen und auch Stronach davon überzeugt. "Der Posten des Sportdirektors wird nicht mehr besetzt, sonst wird alles so bleiben wie bisher. Alle Abteilungen der Geschäftsstelle werden normal weiterarbeiten. Ich werde mich in sportliche Belange nicht einmischen", versicherte Partis, der die Austria wie eine Firma führen möchte. Einmal in der Woche werde es eine gemeinsame Gesprächsrunde geben.

10-Stunden-Gespräch mit Stronach
Bevor der 12. Trainer-Wechsel der Stronach-Ära (Magna Entertainment Corporation/MEC seit 2001) in Favoriten perfekt war, hatte Parits mit dem austro-kanadischen Milliardär zehn Stunden über den Verein geredet. "Er hat eingestanden, dass in der Vergangenheit Fehler begangen wurden. Der personelle Schnitt nach dem Double-Gewinn war zu radikal, es lief nicht mehr wie gewünscht", erzählte der Burgenländer, dessen Inthronisierung nach eigenen Angaben das Kuratorium und der Verwaltungsrat der Veilchen zugestimmt hat.

Trotz der personellen Änderungen hatte der 60-Jährige dem Chef in Oberwaltersdorf aber auch deutlich gemacht, dass es keine Garantie für Erfolge gebe. "Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, wir dürfen das nicht unterschätzen. Wir müssen jetzt einmal Ruhe in die Austria bringen, die Spannungen zwischen dem Verein und Magna rausbringen und wieder alle gemeinsam an einem Strang ziehen", appellierte der neue starke Mann, der mit den Violetten als Trainer und Spieler Meister gewesen war. (apa/red)

24.10.2006 14:06