Montag, 23. Oktober 2006

Red Bull Racing, Klien & Williams: Mageres WM-Jahr 2006 für unsere Formel-Austria

  • Bei Williams kann es mit Wurz nur bergauf gehen
  • Red Bulls Formel 1-Domäne blieben gute Partys

Mit dem GP von Brasilien ist in Sao Paulo auch ein mageres Formel-1-Jahr aus österreichischer Sicht zu Ende gegangen. Red Bull Racing kam erneut über den 7. Platz in der Teamwertung nicht hinaus und trennte sich zudem drei Rennen vor Schluss von Christian Klien. Das Williams-Team von Alexander Wurz musste als 8. die schlechteste Saison seit 30 Jahren hin nehmen und die Scuderia Toro Rosso legte zwar das Minardi-Verlierer-Image ab, mehr als ein WM-Punkt und Platz 9 unter 11 Teams war aber nicht drin.

Überraschend kam vor allem das schwache Abschneiden von Williams. Das ehemalige Weltmeister-Team war in Bahrain stark in die Saison gestartet, baute dann aber konsequent ab und machte mit 11 WM-Zählern so wenig Punkte wie schon seit ewig nicht mehr. Wie zum Hohn schieden am Sonntag beide Williams wie im Vorjahr schon in der 1. Runde aus, Mark Webber wurde diesmal sogar vom eigenen Teamkollegen Nico Rosberg torpediert. Im Vorjahr hatte das Antonio Pizzonia, vor zwei Jahren Christian Klien "erledigt."

Bei Williams kann es nur bergauf gehen
Damit kann es bei den Briten, die 2007 mit Toyota- statt Cosworth-Motoren und Wurz und Rosberg als Einsatzpiloten fahren, nur noch aufwärts gehen. Webber (30) wechselt zu Red Bull Racing und bildet dort zusammen mit David Coulthard (35) das älteste Fahrer-Duo im Feld. Bei den "Österreichern" hofft man auf ein Meisterwerk von Konstrukteur Adrian Newey, der so intensiv am völlig neuen RB3 arbeitet, dass man bei den "Bullen" die Weiterentwicklung des aktuellen, ohnehin von Beginn an von schweren Kühlungsproblemen geplagten WM-Autos schon Mitte der Saison eingestellt hatte.

So gesehen kam nicht überraschend, dass im zweiten Jahr als eigenständiges Team das Abschneiden von RBR doch deutlich unter den Erwartungen blieb. Coulthard sprach am Sonntag nach seinem 5. Saisonausfall von einem "enttäuschenden Wochenende", Klien-Ersatz Robert Doornbos gar von einem "Desaster". Der längst nicht mehr unumstrittene RBR-Teamchef Christian Horner gab zu, dass es eine "frustrierende" Saison gewesen sei.

Red Bulls F1-Domäne blieben gute Partys
Bleibt zu hoffen, dass Red Bull künftig auch die Rennen so gut im Griff hat wie die selbst organisierten Partys. Auch das Abschlussfest in Sao Paulo war nämlich einzigartig. Tausende Gäste feierten im extra angemieteten und weltberühmten Morumbi-Fußballstadion, Heimstätte des aktuellen Meisterschafts-Leaders Sao Paulo, bis ins Morgengrauen. Die 26-jährige Kölnerin Helena wurde als Formula Una des Jahres gekürt und mit einer Weltreise belohnt.

Wirklich zufrieden sein durfte mit dem Formel-1-Jahr nur Gerhard Berger, der als Hälfteeigentümer von Toro Rosso das Ex-Minardi-Team trotz oder dank des Cosworth-V10-Motors deutlich aus der letzten Startreihe brachte. Wenn das Red-Bull-Schwesternteam 2007 mit neuen Motoren - möglicher Weise Ferrari - ausgerüstet ist, könnte es weiter aufwärts gehen. Toro Rosso wird auch 2007 voraussichtlich mit Scott Speed und Tonio Liuzzi fahren, letzterer wird nächste Woche in Valencia einen spektakulären Fahrzeugtausch vollziehen und das MotoGP-Bike von John Hopkins pilotieren. Hopkins darf dafür Formel 1 fahren.

Bleibt Wurz doch der Formel 1 erhalten?
Es ist weiterhin auch gut möglich, dass neben dem bei Williams zum Einsatzfahrer aufgestiegenen Wurz mit Christian Klien 2007 ein zweiter Österreicher in einem Formel-1-Cockpit sitzt. Der Vorarlberger verhandelte auch in Sao Paulo intensiv seine Optionen. Laut Klien wird es in etwa drei Wochen eine Entscheidung geben, am Wahrscheinlichsten wäre ein Fahrer-Platz bei Spyker.

Besser lief es für die Hersteller aus dem Nachbarland Deutschland. Zumindest bei BMW Sauber, das im Premierenjahr noch vor dem in Köln ansässigen Toyota-Team Platz fünf in der Konstrukteurswertung belegte. McLaren-Mercedes hingegen blieb erstmals seit zehn Jahren ohne GP-Sieg. Wohl auch, weil es erst nach dem Hinauswurf von Juan Pablo Montoya ruhiger lief. Wenigstens bringt Weltmeister Fernando Alonso nun die Startnummer eins von Renault mit zu den Silberpfeilen.

(apa/red)

23.10.2006 13:32
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