Suche nach positiver Veränderung: ATP und
WTA mit völlig verschiedenen Reformplänen
- Plan von 4 auf 2 Turnierkategorien zu reduzieren
- ATP testet bei 13 Turnieren "Gruppenformat"
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Sowohl die ATP bei den Herren, als auch die WTA bei den Damen basteln seit Jahren an Veränderungen im Welttennis. Auch wenn dabei nicht unbedingt am gleichen Strang gezogen wird. Die groß angekündigte Annäherung der beiden großen Organisationen findet nur teilweise statt. Bei den Herren gibt es beispielsweise seit einiger Zeit eine neue Zählweise im Doppel, die von der WTA-Tour weder praktiziert noch angedacht wird.
An allen Ecken und Enden wird experimentiert, ob es nun die Möglichkeit einer elektronischen Überprüfung bei strittigen Linienrichterentscheidungen ist (was bei den US Open gut angenommen wurde) oder das "On-Court-Coaching" bei der WTA. Die ATP wird 2007 bei 13 Turnieren auf verschiedenen Belägen ein bisher nur bei der WM praktiziertes Round-Robin-System testen, bei der WTA ist das kein Thema. Erstes ATP-Turnier mit Gruppen-Format in dem jeder Spieler zumindest zwei Spiele garantiert hat, ist gleich der Saisonstart in Adelaide. Insgesamt sollen drei Formate mit 24, 32 bzw. 48 Spielern getestet werden.
Die "Womens Tennis Association" will dafür ihren Turnierkalender bis 2009 straffen. Alarmiert durch neueste, selbstkritische Zahlen, wonach bei den WTA-Topturnieren 2005 noch 13, in diesem Jahr aber heuer schon 31 Top-Ten-Spielerinnen abgesagt haben, will WTA-Boss Larry Scott schneller als geplant reagieren.
"Diese letzten Zahlen sind ein klares Signal, dass unsere Saison einfach zu lang ist, auch für die besten weiblichen Athleten der Welt", sagte Scott, der freilich breite Zustimmung von den Spielerinnen erhält. "Wir brauchen einfach mehr Pausen, damit wir unser Bestes geben können, wenn wir spielen. Ich freue mich über die geplanten Änderungen der WTA, die uns zu einem gesünderen Turnierkalender verhelfen werden", meinte US-Open-Siegerin Maria Scharapowa dazu.
Die WTA-Saison soll bis 2009 im Oktober enden, das Tennis-Jahr quasi in Grand-Slam-Blocks eingeteilt werden, also auch längere Pausen nach den Majors. Die Start-Verpflichtung für die besten Akteurinnen soll von 13 auf 11 Turniere reduziert werden. Gemeinsam mit der ATP sollen vier gemeinsame Veranstaltungen geschaffen werden.
"Vieles ist noch offen. Aber das Ziel ist es auch, von derzeit vier Turnierkategorien auf zwei zu reduzieren", weiß Linz-Organisator Peter-Michael Reichel, der auch im WTA-Tour-Board sitzt. Die 1. Kategorie soll ungefähr ein Preisgeld von 1,5 Mio. Dollar bieten. "Damit ist klar, dass wir hier in Linz sicher nur 2. Kategorie sein können." Viele der Pläne werden bei den mit 3 Millionen Dollar dotierten WTA-Tour-Championships in Madrid (7.-12. November) sanktioniert werden. (apa/red)
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