Österreichische Rad-Lizenz für Jan Ullrich?Manager Strohband fühlte beim ÖRV vor!
- Wohnsitzwechsel des Deutschen noch nicht konkret
- Umfrage: Soll Ullrich mit ÖRV-Lizenz starten dürfen?
Der Österreichische Radsport-Verband muss sich wegen des mit einer ÖRV-Lizenz fahrenden Wahltirolers Jörg Jaksche bereits mit dem spanischen Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes beschäftigen, neuerdings wird auch der Name Jan Ullrich mit Österreich in Verbindung gebracht. ÖRV-Generalsekretär Rudolf Massak hatte sich auf Presseanfrage nicht abgeneigt gezeigt, dem deutschen Ex-Toursieger eine Lizenz auszustellen. In dieser Woche hat nun Ullrich-Manager Wolfgang Strohband tatsächlich wegen einer möglichen Lizenzerteilung beim ÖRV vorgefühlt.
Massak bestätigte der APA, dass ein kurzes Gespräch stattgefunden hat. Demnach hätte Ullrich teils aus privaten Gründen einen Wohnsitzwechsel weg aus der Schweiz angedacht. Dies sei aber in keiner Weise konkret, habe Strohband laut Massak erklärt.
Massak betonte gegenüber der APA, dass Ullrich wie jeder andere Profi behandelt würde. Auf dem Antrag seien neben dem Wohnsitz und dem Namen des Rennstalls auch Sperren bzw. Verfahren anzuführen. "Man wird sich ansehen, was gegen eine Ausstellung der Lizenz spricht. Wenn Swiss Olympic ein Verfahren gegen Ullrich eröffnet, dann wird man das abwarten. Und wenn es sich unendlich hinzieht, muss man sich etwas Anderes überlegen", erklärte Massak.
Anklage gegen Ullrich in der Schweiz?
In der Tiroler Tageszeitung "Die Neue" war eine freilich bereits am 4. Oktober ausgestellte "Bescheinigung" eines Madrider Gerichts abgedruckt gewesen, wonach Jan Ullrich im Verfahren u.a. gegen Fuentes und Manolo Saiz weder Beschuldigter ist, noch bisher Maßnahmen gegen ihn eingeleitet worden seien. Dies ist freilich nichts Neues, denn die in den Fall möglicherweise verwickelten 58 Radprofis werden in Spanien nicht gerichtlich verfolgt, sondern nur als Zeugen angehört.
Die von der spanischen Polizei gesammelten Indizien gegen Ullrich dienten allerdings gemeinsam mit Erkenntnissen deutscher Staatsanwaltschaften dazu, ein Sportgerichtsverfahren am Wohnort des Radprofis in der Schweiz einzuleiten. Eine Übersiedlung hätte darauf keinen Einfluss. Ullrich droht im schlimmsten Fall als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre.
Der ÖRV erhielt übrigens eine dreiseitige Anordnung des spanischen Richters Carmelo Jimenez Segado, wonach die von der spanischen Polizei an den Radsport-Weltverband und von diesem an die Landesverbände weiter geleiteten Unterlagen über die so genannte Operacion Puerto keinesfalls außerhalb des Verfahrens in Spanien verwendet werden dürfen. Dies verstoße gegen die spanische Strafprozessordnung. Der ÖRV, der das Doping-Dossier von Jörg Jaksche derzeit übersetzen lässt, wird vorerst zuwarten. (apa)
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