Sonntag, 29. Oktober 2006

Zum dritten Mal in Folge: Franzose Loeb
holt sich wieder den Rallye-Weltmeistertitel

  • Stohl wird ausgezeichneter Dritter in Australien
  • Finne Mikko Hirvonen holt sich Sieg in "Down under"

Der Finne Marcus Grönholm hat in Perth trotz größter Anstrengung als Fünfter die Titelentscheidung in der Rallye-Weltmeisterschaft nicht länger hinauszögern können. Vor den abschließenden zwei Läufen in Neuseeland und Wales steht der wegen einer Oberarmfraktur pausierende Sebastien Loeb als Weltmeister fest, er fixierte damit den Titel-Hattrick. Platz eins in Australien ging an Grönholms Ford-Teamkollegen, Landsmann und Premierensieger Mikko Hirvonen, die Österreicher Manfred Stohl/Ilka Minor wurden hinter dem Norweger Petter Solberg (Subaru Impreza) auf Peugeot hervorragende Dritte.

Loeb, dem nun nur noch ein Titel auf die beiden finnischen Rekordweltmeister Tommi Mäkinen und Juha Kankkunen (je 4) fehlt, freute sich in seiner Schweizer Wahlheimat über den Erfolg. "Den Titel zu gewinnen, fühlt sich gut an. Zum Glück hatte ich anständig Punkte auf dem Konto, als ich den Unfall hatte. Es ist schwierig, zu Hause zu sein, nicht fahren zu können und die Rallye nur im Internet zu verfolgen. Nicht kämpfen zu können, ist sehr frustrierend", erzählte der Franzose, der gerne in Australien gefeiert hätte. "Ich will vor dem Saisonende noch zurückkommen, ich hoffe auf Neuseeland."

"Ist eine unglaubliche Freude"
Marc van Dalen, Teamchef der belgischen Tuning-Schmiede Kronos Racing, die den Citroen Xsara des 32-jährigen Elsässers Loeb in der WM 2006 einsetzt, meinte in Perth: "Es ist eine unglaubliche Freude und ein doch sehr spezielles Gefühl, weil Seb nicht da ist. Dieses Jahr war ein großes Abenteuer für alle Beteiligten und eine große Teamarbeit. Wir sind nur ein kleines belgisches Team und unser Pilot ist Weltmeister! Ich muss mich zwicken, dass ich es glaube, aber ich denke, es ist verdient!"

Der Technische Direktor von Ford, Christian Loriaux, gratulierte Loeb ("Bravo! Das hat er sich verdient.") und freute sich über den WM-Premierensieg von Hirvonen. "Dass unser zweiter Pilot hier gewonnen hat, das ist für 2007 sehr gut. Die Zielsetzung von Ford war immer der Konstrukteurstitel, und dem sind wir näher gekommen. Aber ich bin ein bisschen abergläubisch und bleibe vorsichtig." Ford WRT hat 167 Punkte gesammelt, Kronos Citroen WRT 150.

Der 26-Jährige Hirvonen sprang "down under" nach dem Überschlag von Grönholm, für den damit der notwendige Podestplatz nicht mehr in Reichweite war, für Ford in die Bresche. "Fantastisch! Ich hatte so viel Druck, nicht nur zu gewinnen, sondern auch das Auto für Konstrukteurspunkte heimzubringen. Petter drückte, aber ich habe ihn nicht zu nah rankommen lassen." Ford-Einserpilot Grönholm zollte Respekt: "Das gibt ihm Selbstvertrauen, so viel, dass er nun auch zuversichtlich sein wird, mich schlagen zu können." Er selbst sei froh, noch für Konstrukteurspunkte gesorgt zu haben. "Mehr war nicht drinnen, da hätten schon die Fahrer vor mir Probleme haben müssen."

Wieder Platz drei für Stohl
Kräftig angeschrieben hat auch der Österreicher Stohl, der wie im Vorjahr Dritter wurde. Das OMV Peugeot Norway World Rally Team beendete damit zum dritten Mal in dieser Saison einen WM-Lauf mit einem Podiumsplatz - und das beim insgesamt 100. WM-Einsatz von Bozian-Racing. Stohl brach auf der zweiten Sonderprüfung der Schlussetappe die Angriffslust des viertplatzierten Spaniers Xavier Pons, er nahm ihm 22,6 Sekunden ab und kontrollierte den Citroen-Piloten auf den letzten verbleibenden SP. "Ich hatte mir für diese Sonderprüfung sehr viel ausgerechnet. Dass es dann so gut geht, hat mich selbst überrascht."

Der Podiumsplatz machte ihn "überglücklich". Es sei wieder an der Zeit gewesen, da er heuer schon drei vierte Ränge erreicht habe. "Und ein dritter Platz ist mir weit lieber als drei vierte", erklärte der OMV-Pilot. In der Fahrerwertung verteidigte er die fünfte Position, der Rückstand auf den viertplatzierten Spanier Daniel Sordo beträgt nur noch drei Punkte, der Vorsprung auf den Sechsten Petter Solberg, der nach einer vermurksten Saison endlich wieder einmal ein gutes Resultat einfuhr, neun Zähler.

(apa/red)

29.10.2006 12:20