Mittwoch, 8. November 2006

Wird Arnie US-Präsident? Chancen gering - Verfassungsänderung ist unwahrscheinlich

  • Nach 2. Amtszeit Kandidatur als Senator möglich

In seinen Action-Filmen war er oft der Stärkste am Set, doch im wirklichen Leben stößt auch ein "Terminator" an seine Grenzen. An der US-Verfassung scheint sich Arnold Schwarzenegger die Zähne auszubeißen. An die Perspektive einer Verfassungsänderung, die auch im Ausland Geborenen wie dem Bürger der steirischen Gemeinde Thal bei Graz eine Kandidatur als US-Präsident erlauben könnte, glaubt heute kaum jemand mehr in Kalifornien.

Eine Verfassungsänderung ist in den USA ein langwieriger Prozess. Neben einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses müssen der Präsident und 38 der 50 Bundesstaaten zustimmen, alles innerhalb von sieben Jahren. Im de-facto Zwei-Parteien-Staat USA fände sich keine genügend große Lobby, um so ein Vorhaben zu unterstützen, meinen politische Analysten: Die Demokraten würden sich nicht freiwillig einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Schwarzenegger einhandeln, und bei den Republikanern gebe es genügend Spitzenpolitiker, die selbst das höchste Amt der USA anstreben oder Verbündeten dorthin helfen wollten.

Zweite Amtsperiode für Schwarzenegger
Schwarzenegger hatte im Herbst 2003 außerordentliche Recall-Wahlen um das Gouverneursamt in Kalifornien gewonnen. Nach drei Jahren im Amt kandidierte er nun für eine zweite Amtsperiode wurde auch gewählt - diesmal für die volle, vierjährige Amtsperiode. Eine dritte Amtsperiode ist gemäß der Verfassung dann nicht mehr möglich.

Nach sieben Jahren im Gouverneursamt könnte er dann allerdings als kalifornischer Senator für den US-Kongress in Washington kandidieren, oder als Bürgermeister von Los Angeles, meinen politische Analysten. Um den dann freiwerdenden Gouverneurssessel könnte sich Schwarzeneggers Ehefrau, die Demokratin Maria Shriver, bewerben. Im demokratisch dominierten Kalifornien hätte die Nichte des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, ehemalige Journalistin und nun an Arnolds Seite bekannt gewordene First Lady wohl gute Chancen.
(apa/red)

8.11.2006 08:57