"Big win" für Schwarzenegger: Medien erwarten Erdrutschsieg für Ex-Österreicher
- 400 Mio. $: Teuerster Wahlkampf in Kalifornien
- Republikaner für Beobachter "fast ein Demokrat"
·Gouverneurswahlen: "Arnie" in Führung
Gute Prognosen für Schwarzeneggers Sieg
·"Politische Mitte" als Rezept für Wiederwahl
Schwarzenegger setzt auf
Umwelt- und Klimaschutz
·Arnies Chancen auf Präsidentenamt gering
Verfassungsänderung gilt als sehr unwahrscheinlich
"Schwarzenegger will einen Erdrutschsieg, er will ganz groß gewinnen", meint Bob Salladay, Kolumnist der "Los Angeles Times" und Kenner der kalifornischen Politik. Und alle Indizien sprechen vor den Gouverneurswahlen in Kalifornien auch dafür, dass der Austro-Amerikaner einen "big win" einfahren wird.
Schwarzenegger hat den Bonus des Amtsinhabers und dadurch eine große Bühne, um seine Politik zu vermarkten. Seine Filme werden immer noch gezeigt, er ist also noch immer eine Berühmtheit und kann alleine dadurch viel mehr mediale Aufmerksamkeit als sein demokratischer Herausforderer Phil Angelides auf sich ziehen.
Arnold Schwarzenegger hat in seinem ganzen Leben einen unübersehbaren Hang zur Größe gezeigt - sei es im Bodybuilding, in seiner Filmkarriere in Hollywood, im Privatleben durch seine Heirat mit der Präsidenten-Nichte Maria Shriver oder als er 2003 in einer Recall-Wahl überraschend als Newcomer in der Politik den amtierenden demokratischen kalifornischen Gouverneur aushebelte und selbst das höchste Amt in Kalifornien errang. Nun lebt Schwarzenegger im Wahlkampf um seine Wiederwahl als kalifornischer Gouverneur diesen "Drang zur Größe" wieder aus, ist Salladay überzeugt.
Schwarzeneggers Wahlkampfbudget doppelt so groß
Nicht zu vergessen auch das Wahlkampfbudget: Bisher hat Schwarzenegger laut Angaben des "LA-Times"-Kolumnisten doppelt so viel Geld auf die Beine gestellt als sein Herausforderer. Mit 18 Millionen Dollar (14,3 Millionen Euro) Wahlspenden seit den Vorwahlen hat Schwarzenegger den Gegenkandidaten Angelides, der nur 9 Millionen Dollar sammeln konnte, übertrumpft. Gemeinsam mit den politischen Parteien - den Republikanern für Schwarzenegger und den Demokraten für Angelides - werden die beiden für ihren Wahlkampf zusammen rund 100 Millionen Dollar ausgeben.
Mit allen anderen Kampagnen - in Kalifornien werden auch der Vizegouverneur sowie mehrere Minister direkt gewählt - sowie den Referenden zu inhaltlichen Fragen (Propositions) werde der Wahlkampf für die am 7. November zu treffenden Entscheidungen mehr als 400 Millionen Dollar kosten. "Das wird der teuerste Wahlkampf in der kalifornischen Geschichte", ist Salladay überzeugt.
"Schwarzenegger ist schon fast ein Demokrat"
Das neue Erfolgsgeheimnis Schwarzeneggers sieht Carla Marinucci, Journalistin des "San Francisco Chronicle", in seinem Schritt hin zur politischen Mitte: "Schwarzenegger ist schon fast ein Demokrat", meint die Kolumnistin im Gespräch mit der APA in San Francisco. Der Gouverneur sei "einer der gescheitesten Republikaner in den USA". Nach seiner Niederlage vor einem Jahr bei den von ihm den Wählern vorgelegten Referenden, mit denen er etwa die Macht der Gewerkschaften beschränken wollte, habe er sich öffentlich entschuldigt und einen neuen Kurs der Kooperation eingeschlagen.
Verbale Ausrutscher sind Vergangenheit
Durch geschickte Zusammenarbeit mit den Demokraten, die im kalifornischen Parlament in Sacramento die Mehrheit in beiden Häusern haben, und durch sichtbare Distanz vom immer unbeliebter werdenden US-Präsidenten George W. Bush habe Schwarzenegger seine Popularität nach einem Tief vergangenen Sommer um 20 Prozentpunkte auf zuletzt 56 Prozent Zustimmung steigern können. Seine früheren verbalen Ausritte, als er die Demokraten als "Girlie Men" (etwa: Weicheier) schmähte und gegen die "illegal aliens" (illegale Ausländer) hetzte, seien Vergangenheit. Nun versuche er zu beweisen, dass er auch als Republikaner der bessere Demokrat sein könne.
Marinucci verweist jedoch auch darauf, dass er trotz seiner umweltpolitisch guten Ansätze nach wie vor ein "Mann der Industrie" sei. Seine Wahlkampfspenden kämen von der Großindustrie, darauf angesprochen betone Schwarzenegger lediglich, er lasse sich nicht kaufen. Privat sei der Gouverneur jedenfalls kein grünes Vorbild: Er fahre ein schweres Geländefahrzeug, einen Hummer, und fliege mit dem Privatjet zu seinen Terminen quer durch Kalifornien und in den USA. Kritische Fragen zu seinem "grünen Fußabdruck" entgegne Schwarzenegger nach wie vor mit frechen Schmähs: Sein Hummer stehe in der Garage, da verbrauche er kein Benzin. (apa/red)
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